sport/sportmix

Tischtennis-EM in Luxemburg: Klares 3:0 gegen Spanien - Deutsche Damen besiegen Schweden.

(Luxemburg) Viel entspannter kann ein EM-Auftakt nicht laufen. Mittwochnachmittag im Luxemburger Sport- und Kulturzentrum d’Coque: Im Schnelldurchgang haben die deutschen Tischtennis-Herren ihr Auftaktspiel gegen Außenseiter Spanien mit 3:0 gewonnen.

14.09.2017
Andreas Feichtner
Drei klare Einzelsiege. 9:1 Sätze. Ruwen Filus verlor zwar gleich den ersten Satz im ersten Spiel. Aber danach kam die Maschine auf Touren. Zuvor hatten die deutschen Damen bei ihrem 3:1-Auftaktsieg am Vormittag gegen Schweden noch etwas mehr Arbeit.

In der Mixed Zone, wo die Spieler nach der Partie Interviews geben, ist nach dem Sieg gegen die Spanier erst eine Handvoll Journalisten am Start. Das wird sich noch steigern, am Sonntagabend nach dem Endspiel. Das Finale erreichen - und zu gewinnen! - ist das große Ziel von Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll & Co. Der frühere Abonnement-Mannschaftsmeister will den Titel zurück. Aktueller Mannschafts-Europameister ist Österreich.

Für die erste Überraschung sorgte Bundestrainer Jörg Roßkopf, der für die Einzel neben dem Weltranglisten-Vierten Dimitrij Ovtcharov und Ruwen Filus (23.) den 25-jährigen Patrick Franziska nominiert hatte. Timo Boll schaute sich das Länderduell entspannt vom blauen Schalensitz aus an. Seinen ersten Einsatz in Luxemburg seit rund zwei Jahrzehnten ("Ich hatte in Luxemburg mal ein Top-12-Turnier gespielt") erlebt er wohl erst am Donnerstag. Dann stehen gegen Kroatien und Weißrussland - ohne Weltklassespieler Samsonov - gleich zwei Gruppenspiele an.

Ob er keine Lust auf einen Einsatz gehabt hätte? Das will ein Radiokollege vom einstigen Weltranglisten-Ersten wissen. Boll zögert kurz, lacht dann, und sagt: "Die Entscheidung, dass ich nicht spiele, war schon in Ordnung. Der Terminkalender ist ziemlich voll. Da bin ich froh, wenn ich auch noch mal durchatmen kann." Dass der 36-Jährige noch gebraucht wird, steht außer Frage. Ovtcharov und Boll sind die Nummer eins und zwei in Europa. Sie sind auch die einzigen Spieler aus der Top 10 der Weltrangliste, die in Luxemburg im Einsatz sind. Für Ruwen Filus war der EM-Auftakt trotz der kleinen Startschwierigkeiten gegen den besten Spanier, Alvaro Robles, sehr in Ordnung. "Im ersten Satz habe ich den Kopf verloren, Robles hat auch gute Bälle gespielt. Insgesamt bin ich aber ganz zufrieden - das war ein souveräner Auftritt von uns", sagt der 29-Jährige nach dem Auftritt vor einer noch überschaubaren Kulisse in der Coque. Insgesamt wird in der Halle auf dem Kirchberg auf 16 Tischen gespielt.

Am Mittwoch sind die deutschen Herren in beiden Spielen großer Favorit. Die Kroaten sind dabei stärker einzuschätzen als die Weißrussen (sie gewannen das Duell am Mittwoch mit 3:1). Die Viertelfinal-Spiele stehen am Freitag an. Ovtcharovs Arbeitstag fiel zu EM-Beginn auch kurz und knackig aus: Er ließ Carlos Machado überhaupt keine Chance. Für sein 11:3, 11:3, 11:4 brauchte er nur 25 Minuten. Nicht viel länger benötigte Patrick Franziska gegen Jesus Cantero beim 11:5, 11:9 und 11:5.

Filus hat gleich einige Mitkonkurrenten um den Titel ausgemacht: "Österreich, Portugal, aber auch Schweden und Frankreich sind stark." Die Franzosen nennt Boll sogar an erster Stelle: "Die sind ein unangenehmer Gegner." Für die Luxemburger ging die Heim-EM übrigens so richtig erfreulich aus: Das Damen-Team besiegte zum Auftakt am Mittwochvormittag die favorisierten Tschechinnen mit 3:2.

Die deutschen Damen, die ebenfalls heißer Titelanwärter sind, hatten beim 3:1 gegen Schweden einen schweren Auftakt: Han Ying verlor das erste Einzel mit 1:3, und auch im zweiten Einzel zwischen Shan Xiaona und Matilda Ekholm sah es zwischenzeitlich nach einem Sieg der Schwedin aus, die schon mit 2:0-Sätzen geführt hatte, dann aber noch verlor. Nina Mittelham und Han Ying gewannen die weiteren Einzel.

Das zweite Vorrundenspiel am Mittwochabend gegen Ungarn haben die deutschen Tischtennis-Damen ebenfalls gewonnen. Sie siegten mit 3:0 und übernahmen damit die Tabellenführung in der Gruppe A.
Extra: TISCHTENNIS-EM IN LUXEMBURG
(AF) Bis Sonntag werden in der Coque in Luxemburg die 36. Tischtennis-Europameisterschaften ausgetragen. Die deutschen Damen um Bundestrainerin Jie Schöpp haben zuletzt drei Mal in Folge den Mannschafts-Titel gewonnen. Das Team peilt den achten EM-Triumph an. Nicht dabei sind Petrissa Solja (Arm-Verletzung) und Kristin Lang (Schwangerschaftspause). Am Donnerstag trifft das Team im Gruppenspiel auf Kroatien.
Bei den Herren ist die Ausgangssituation etwas anders - die Favoritenrolle aber ähnlich: Bei den letzten Europameisterschaften verloren die deutschen Herren im Finale gegen Österreich (2015) und Portugal (2014). Am Donnerstag trifft das Team in den beiden ausstehenden Gruppenspielen auf Kroatien (10 Uhr) und Weißrussland (19 Uhr). Die EM-Spiele, die auf den Tischen 1 und 2 ausgetragen werden, sind per Livestream über die Veranstalterseite ettc2017.lu zu sehen. Auch Eurosport 1 und 2 berichten ab den Viertelfinals am Freitag live.