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02.10.2017
Holger Teusch

U23-Deutschlandachter gewinnt Moselregatta

(BERNKASTEL-KUES) 1100 Ruderer aus 136 Vereinen mit 270 Booten trotzen am Samstag in Bernkastel-Kues den widrigen Bedingungen.

BERNKASTEL-KUES Die Australier und Niederländer waren mittendrin! Während die normalen Moseltouristen am Samstag beim Mittagessen durch die Fenster der Bernkastel-Kueser Restaurants beobachteten, wie Windböen am ersten richtigen Herbsttag des Jahres die Mosel aufwühlten, kamen einige der weit angereisten Regatta-Teilnehmer mitten hinein in einen wolkenbruchartigen Regenschauer. "Wir sind das gewohnt und haben uns entsprechend angezogen", sagte Stephan Damen vom Club K.R.e.Z.V. "Het Spaarne" Heemstede aus der Nähe von Amsterdam gelassen. Im Achter oder Vierer seien solche Böen auch noch verkraftbar, meint der aus Zeltingen-Rachtig stammende ehemalige Weltmeister Jost Schömann-Finck. "Aber im Einer kann einen das ganz schön zerreißen." Doch auch die Senioren aus Melbourne kamen mit den widrigen Bedingungen zurecht und feierten in der Altersklasse H (Mindestdurchschnittsalter 70 Jahre) im Achter einen Sieg. Erstaunlich dabei: Die Australier waren auf der vier Kilometer langen Regattastrecke von den Kueser Anlagen nach Graach und zurück nur rund drei Minuten langsamer, als das schnellste Großboot. Im Rennen um den mit insgesamt 3400 Euro dotierten Peter-Mertes-Moselpokal setzte sich der U23-Nachwuchs des gestern in Florida um den WM-Titel kämpfenden Deutschlandachters durch.
Die Ruderer vom Dortmunder Bundesstützpunkt blieben als Einzige mit 12:25,8 Minuten unter 13 Minuten. Sie siegten vor einer Renngemeinschaft aus Ulm, Köln und dem baden-württembergischen Bad Waldsee (13:11,5) sowie einem Team um Jost Schömann-Fincks älteren Bruder Matthias (13:13,7). "Das war die am verrücktesten zusammengestellte Mannschaft, mit der ich je gerudert bin. Ich bin 21 Jahre älter als der Jüngste. Es war ganz schön hart", sagte Matthias Schömann-Finck, der in 15:20,4 Minuten zuvor die beste Zeit im Einer erzielt hatte. Gordon Hanso vom mitausrichtenden Bernkasteler Ruderverein (BRV, zusammen mit Zeltinger Rudergesellschaft) belegte im Einerrennen der 27- bis 35-Jährigen den zweiten Platz (16:38,8). Einen Sieg feierte die Region im Mixed-Doppelzweier, den Hannah Zimmer (BRV) zusammen mit Alexander Ivanov vom RV Treviris Trier gewann (16:25,4). Bei den U19-Junioren gewann außerdem Matthias Bleser von der Rudergesellschaft Trier das Einerrennen (16:36,4). Der RV Treviris schickte als einziger Verein der Region im Rennen der Senioren mit dem Durchschnittsalter über 50 Jahre einen reinen Vereinsachter ins Rennen. Bernhard Schiff, Maarten Poels, Strecko Ivanicevic, Patrik Chamberlain, Simon Gilmor, Martin Grothe, Christian Sirsch, Marcello Ghetta belegten gesteuert von Malte Schneider in 15:35,6 Minuten den dritten Platz.
Weitere Ergebnisse (mit Beteiligung der Region):
Mixed Doppelvierer mit Steuermann, MDA 50: 10. RG Trier (Inga Waxweiler, Wolfgang Schlicker, Stefan Stern, Petra Grönfeld-Rudolph, Steuer: Heiner Pyhel) 18:51,0. MDA 60: 2. BRV (Wolfgang Zimmer, Ulla hart, Peter Kerpen, Christa Wahl, Steuer: Gordon Hanso) 17:28,2. Männer Doppelzweier: 2. Tobias Pazen (RG Zeltingen) und Adrian Lamberty (RVT) 15:29,0. Doppelvierer: 3. RV RV Erlangen/RG Zeltingen/RVT (Lukas Wurzer, Moriche Schlebusch, Tobias Pazen, Adrian Lamberty) 14:15,9. Gig-Doppelvierer mit Steuermann, MDA 65: 6. RC Darmstadt (RGZ/RC Traben-Trarbach) 18:44,8. Achter, MDA 75: 5. Melbourne/Wiesbaden/RGZ 17:34,2.
Abkürzung: MDA = Mindestdurchschnittsalter, RGZ = Rudergesellschaft Zeltingen, RVT = RV Treviris Trier