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"Futsal macht Spieler besser"

(Trier) Er setzt sich im Rheinland-Verband für die Hallen-Variante ein: Alois Reichert über Kritik und seine Visionen. Dossier zum Thema: Spochtipedia

01.03.2017
Interview: Mirko Blahak
Kurz erläutert: Worin liegt der Unterschied zwischen Futsal und dem herkömmlichen Hallenfußball?
REICHERT Der klassische Hallenfußball ist nicht so schnell, nicht so intensiv. Die Spieler müssen beim Futsal viel mehr Entscheidungen im Eins-gegen-Eins treffen. Und die Handlungsschnelligkeit ist viel größer.

Was haben aus Ihrer Sicht Vereine davon, wenn Sie Futsal trainieren?
REICHERT Es geht vor allem um die Ausbildung von Jugendspielern. Wenn ich - entsprechende Hallenkapazitäten vorausgesetzt - die Trainingssystematik des Futsals über den F-, E- und D-Jugendbereich hinweg vermittle, bekomme ich technisch bessere, mutigere und handlungsschnellere Spieler. Auch Seniorenteams, die witterungsbedingt im Winter für ihr Training in die Halle ausweichen müssen, können signifikante technische Verbesserungen erreichen. Ich kann auch Seniorenspieler durch gezieltes Futsal-Wintertraining besser machen.

Mit wie vielen Vorbehalten sind Sie konfrontiert?

REICHERT Mit riesigen Vorbehalten. Es sind ganz dicke Bretter zu bohren. Deutschland hinkt der Futsal-Entwicklung hinterher. Aber ich denke, es gibt immer mehr Menschen, die die Vorteile erkennen. Ich bin überzeugt davon, dass sich ein Ligenbetrieb durchsetzen wird - natürlich nicht in der Breite wie beim Fußball draußen. Aber wir können eine Hallensportart anbieten, die Zukunft hat.

Welche Kritik hören Sie aus den Vereinen?

REICHERT Vielfach dreht es sich um das Regelwerk, das natürlich schon komplexer ist.

Wie lautet Ihre Vision in puncto Futsal für den Fußballverband Rheinland (FVR)?

REICHERT Wir haben noch keine Futsal-Strukturen im Verband. Der Abstand zu anderen Verbänden ist groß. Hotspots sind unter anderem Hamburg und Schwerte. In den Hochburgen gibt’s Futsal-Regionalligen. Wir im FVR müssen unsere Verbandsauswahl aus Feldspielern rekrutieren.
Es wäre schön, wenn wir schon in der kommenden Saison bezirksweit eine kleine Runde auf die Reihe bekommen. Wir hatten 18 Interessenten bei einem Einsteigerturnier in Koblenz. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in spätestens drei Jahren neben dem normalen Feldfußball einen Ligenspielbetrieb hinbekommen.
Zur Person: Alois Reichert
  • Geboren am 28. August 1962 in Ehrang
  • Seit 2014 Vizepräsident im Fußballverband Rheinland für Talentförderung und Fußballentwicklung. Tätigkeitsfeld neben der Talentförderung ist unter anderem der Freizeit- und Breitensport. Hierunter fallen Bereiche wie der Alt-Herren-Fußball oder Beach soccer. In der Fußballentwicklung ist zurzeit der Futsal sein Thema Nummer eins.
  • In seinem Heimatverein SV Ehrang war Reichert bis vor zwei Jahren 16 Jahre lang maßgeblich in verschiedenen Positionen im Jugendbereich tätig.
  • Sei 2016 ist er Vorsitzender des Fördervereins der Fußballjugend in Ehrang und Pfalzel.

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