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Eier von eigenen Hühnern im Garten

(Landsberg) Tierfreunde im Volksfreund: Wer im eigenen Garten Hühner hält, braucht fürs Frühstücksei nicht mehr zum Markt zu gehen. Aber es gibt einiges zu beachten, denn Huhn ist nicht gleich Huhn.

18.07.2017
Nadine Carstens
Landsberg (dpa) Stammt das Frühstücksei von eigenen Hühnern, schmeckt es noch einmal so gut - darin sind sich viele Halter einig. "Eine ausgewogene, natürliche Fütterung und artgerechte Haltung führt zu gesunden und aromatischen Eiern, die mit gekauften Eiern aus dem Supermarkt nicht zu vergleichen sind", sagt Michael von Lüttwitz. Er ist langjähriger Rassegeflügelzüchter und Autor eines Tierratgebers.
Wie viele Hühner eine Gruppe haben sollte, hängt von Platz und Budget ab. "Grundsätzlich sollte man mindestens zwei Hühner halten, aber empfehlen würde ich eine Gruppe aus einem Hahn und drei bis sechs Hennen", sagt von Lüttwitz. Falls Nachbarn sich vom morgendlichen Krähen des Gockels gestört fühlen, könne auch auf einen Hahn verzichtet werden. "Dieser beeinflusst nicht die Legeleistung der Hennen."
Eine reine Hennenhaltung kann rechtlich nicht beanstandet werden, das Krähen eines Hahns schon. "Aber Halter können ja auch versuchen, Nachbarn zu integrieren,etwa indem sie Kindern erlauben, die Tiere zu füttern." Auch Wolfgang Terwege, Vorsitzender des Landesverbands Rheinischer Rassegeflügelzüchter, rät dazu, frühzeitig mit den Nachbarn zu reden. Bevor es Ärger gibt, sollte man das Gespräch mit ihnen suchen.
Huhn ist nicht gleich Huhn. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Größen - dasselbe gilt für ihre Eier. "Araucanas legen grüne Eier. Beliebt ist aber auch die Marans-Rasse aus Frankreich, deren Eier schokoladenfarben sind", erläutert von Lüttwitz. Insgesamt gibt es hierzulande etwa 250 Hühnerrassen. Menschen mit einem etwas kleineren Garten sollten sich für Zwerghühner entscheiden - diese sind schon mit wenig Platz zufrieden, sagt Professor Theo Mantel. Der Ehrenpräsident der Bundestierärztekammer ist selber erfahrener Hühnerhalter. Wichtig bei der Hühnerhaltung ist auch die Einrichtung des Stalls: Mantel zufolge sollte der Stall mit erhöhten Sitzstangen, einem Kotbrett, Legenestern sowie Tränken und Futtergefäßen ausgestattet sein. "Außerdem sollten Hühner über zwölf Stunden hinweg bei Helligkeit fressen können. Ist das nicht möglich, verschlechtert sich ihre Legeleistung." Für den Winter empfiehlt er künstliches Licht. "Der Stall sollte auch so gebaut sein, dass keine Zugluft hinein gelangt. Trockene Kälte schadet den Hühnern nicht, Feuchtigkeit ist allerdings problematischer."
Der Auslauf der Hühner kann nicht groß genug sein, aber grundsätzlich reichen 20 Quadratmeter für eine kleinere Gruppe aus, meint Terwege. Von Lüttwitz ergänzt: "Wenn der Auslauf mit Bäumen und Sträuchern durchsetzt ist, vermittelt das den Tieren Sicherheit, und sie können in Ruhe nach Fressbarem scharren." Scharren gehört nämlich zu den Lieblingsbeschäftigungen der Tiere - genau wie im Staub baden und picken. "Im Stall sollten die Hühner deshalb stets Stroh, Laub, Heu, unbehandelte Hobelspäne und Hanfhäcksel vorfinden", rät von Lüttwitz.
Obst fressen Hühner besonders gern. Als Futter eignen sich laut von Lüttwitz aber auch Salat- und Kohlblätter, Gras, Brennnesseln und Löwenzahn. Zusätzlich sollten die Hühner entweder morgens ein Weichfutter mit Schrotfutter oder ganztägig Schrotfutter bekommen, abends reiche eine Körner-Ration, so von Lüttwitz. "Damit die Hühner Eierschalen produzieren, können Halter ihnen auch etwas Muschelkalk zur Verfügung stellen."
Hühner können auch krank werden. Das erkennen Halter am Kamm und Kehllappen der Tiere. Mantel: "Sind sie nicht mehr leuchtend rot, sondern blass, ist das ein Anzeichen." Halter sollten auch alarmiert sein, wenn das Gefieder struppig ist und die Hühner längere Zeit still herumhocken. "Ein Tierarzt sollte untersuchen, ob das Huhn an einer Wurmkrankheit leidet."
Parasiten sind oft eine Krankheitsursache, besonders bei Jungtieren. Um Krankheiten vorzubeugen, muss der Stall regelmäßig gereinigt werden. "Es reicht, wenn das Kotbrett einmal pro Woche gereinigt wird", sagt Terwege. Die Einstreu sollten Halter alle drei Wochen austauschen.
Extra: WELCHE DÜFTE KATZEN MÖGEN

Katzen haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Daher sind sie sehr empfänglich für bestimmte Aromen. Zum einen gehört dazu Katzenminze. Aber auch auf die Pflanze Silver Vine (Actinidia polygama) reagieren die Tiere auffallend positiv, erläutert die Organisation Aktion Tier. Die pulverisierte Pflanze können Halter im Internet bestellen oder als Spielzeug verpackt kaufen. Auch echten Baldrian (Valeriana officinalis) mögen viele Katzen, ebenso das Holz der Tartaren-Heckenkirsche (Lonicera tatarica). UV-Strahlung ist für den Schildkrötenpanzer sehr wichtig, damit er nicht weich wird. Im Sommer ist es praktisch, die Tiere draußen zu halten. Ein kurzer Regenschauer macht den Tieren nichts aus. Erst wenn mehrere Tage hintereinander weniger als 20 Grad sind, sollten Halter ihre Tiere reinholen, rät die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz. Das Gehege wird am besten durch schattige Büsche strukturiert. Bei der Auswahl sollten Halter auf giftige Eibe, Oleander, Kirschlorbeer oder Goldregen verzichten. Hunde müssen im Auto richtig gesichert werden. Sonst wird der Vierbeiner zum Geschoss. Transportboxen sind am sichersten. Größere Boxen werden quer zur Fahrtrichtung hinter der Rücksitzlehne positioniert, rät der ADAC. Kleine Boxen können auch im Fußraum hinter den Vordersitzen stehen. Hunde können auch mit einem Geschirr am Sicherheitsgurt angeschnallt werden. Laut ADAC ist dies aber nicht sicher genug. Verursacht ein Hund einen Unfall, drohen Bußgeld und Punkte in Flensburg.