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Hahn oder Henne?

Der Deutschen liebstes Geflügel ist das Hähnchen. Besonders gebraten ist es "in aller Munde".

15.11.2017
Egal ob als Broiler in Sachsen oder Hendl in Bayern, das Hähnchen vom Grill wird gerne gegessen. Doch was landet da genau auf unserem Teller, Männchen oder Weibchen? Der Name lässt zwar ein männliches Tier vermuten, heutzutage sind aber sowohl Brathähnchen als auch Brathennen vertreten.
Der Begriff des Hähnchens geht auf frühere Zeiten zurück. Da waren die Aufgaben noch klar verteilt, denn die Männchen landeten gut gemästet am Spieß, die Weibchen legten Eier und freuten sich über ein längeres Leben. Diese Zweinutzungshühner gibt es jedoch nur noch selten - eher bei Hobby-Haltern. Denn die Weibchen legen weniger Eier, die Männchen setzen weniger Fleisch an.
Heutzutage setzt die Landwirtschaft auf Masthybriden. Bei diesen speziell gezüchteten Rassen gilt: in kurzer Zeit mit wenig Futter möglichst viel an Fleisch zulegen. Die Folge: Hähnchen mit einer besonders ausgeprägten Brust können schnell ins Wanken geraten. Nach fünf bis sechs Wochen bringen die Tiere ein gutes Kilogramm auf die Waage. Langsamer wachsende Rassen benötigen mindestens sieben bis zehn Wochen.
Übrigens: Der Begriff "Suppenhuhn" ist korrekt, denn dieses ist ausschließlich weiblich. Beenden die Legehennen ihren Dienst, ruft der Kochtopf. Bei einer Lebensdauer von zwölf bis 15 Monaten haben sie genügend Zeit, Fett anzulegen und das gibt ja bekanntlich Geschmack. So sind Suppenhühner perfekt geeignet, um wärmende Brühen, schmackhafte Ragouts oder vielfältig zusammengestellte Salate zuzubereiten.
Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.