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Kranke Zähne: Unterschätzte Gefahr für den Körper

Zahnmediziner beantworten Leserfragen am Servicetelefon des Trierischen Volksfreunds

Muss eine Parodontose behandelt werden? Muss man fehlende Zähne immer ersetzen? Dies sind zwei der vielen Fragen, die TV-Leser den Zahnmedizinern am Servicetelefon - einer Aktion des Trierischen Volksfreunds mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Bezirkszahnärztekammer - gestellt haben.

02.11.2012
Aus vielen Gründen baten Leser die Experten um Rat. Hier eine Auswahl der Fragen und Antworten.
Muss eine Parodontose behandelt werden?
Dr. Matthias Seidel: Und ob! Eine Parodontitis, so der korrekte Fachausdruck, ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalterapparates, zu dem auch der Kieferknochen gehört. Wenn man die Erkrankung nicht behandelt, führt dies früher oder später unweigerlich zum Zahnverlust. Zudem gehört eine bakterielle Entzündung immer raus aus dem Körper.
Ich habe Osteoporose und nehme ein Medikament. Seit mein Zahnarzt dies weiß, betreibt er immer einen riesigen Aufwand während der Behandlungen. Ist dies angemessen?
Dr. Matthias Seidel: Auf jeden Fall. Denn ein Wirkstoff in dem Medikament, das Sie gegen die Osteoporose nehmen, blockiert sozusagen den Wundheilungsprozess des Knochens, wenn beispielsweise Zähne gezogen werden. Es ist überaus wichtig, dass Zahnmediziner immer informiert werden, wenn Patienten Medikamente wegen Osteoporose nehmen.
Was ist das beste Füllmaterial?
Dr. Carola Franzen: Das hochwertigste ist die Keramik. Das Problem bei Füllmaterialen ist, dass sie ausnahmslos alle schrumpfen und unbemerkt dann Karies unter den Füllungen entstehen kann. Aber je kompakter der Werkstoff, desto weniger schrumpft das Füllmaterial und desto weniger anfällig ist dann der Zahn.
Meine Kronen sind etwa 20 Jahre alt. Jetzt meint mein Zahnarzt, dass sie erneuert werden sollen. Aber ich merke doch nichts.
Dr. Carola Franzen: Nichts zu merken ist kein Indiz dafür, dass der Zahn noch in Ordnung ist. Spezielle Untersuchungsmethoden können dem Zahnarzt Aufschluss über den Zustand des Zahnes geben. Prinzipiell kann man die Lebenszeit von Zahnersatz durch regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen verlängern.
Muss man fehlende Zähne immer ersetzen?
Dr. Carola Franzen: Wenn man fehlende Zähne nicht ersetzt, kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen: Die Zähne können wandern oder kippen, der Knochen kann sich verändern, was wiederum für einen späteren Zahnersatz ungünstig sein kann. Auch das Kiefergelenk kann falsch belastet werden, was beispielsweise zu Kopfschmerzen bis hin zu Rückenproblemen führen kann.
Vor vier Wochen wurde mein Zahn gezogen, und ich habe immer noch Schmerzen.
Dr. Rainer Lehnen: Es kann sein, dass es sich um eine sogenannte trockene Wunde handelt. Das heißt, es hat nach dem Ziehen kaum geblutet. Dann bleibt die Wunde offen, und der Knochen liegt frei. Das verursacht Schmerzen. Wenn der Patient raucht, es zu Infektionen kommt oder er Diabetes hat, können diese Probleme auftreten.
Wie finde ich einen Arzt, der gut Implantate setzen kann?
Dr. Rainer Lehnen: Fragen Sie nach, wie viele Implantate der Zahnarzt, Kiefer- oder Oralchirurg im Jahr macht und ob er steril operiert und chirurgische Grundkenntnisse besitzt. Und sprechen Sie mit Menschen, die bereits Erfahrungen mit Implantaten haben!
Ich bin jetzt 50. Ist es in meinem Alter noch möglich, Zähne zu regulieren?
Dr. Martin-Josef Klein: Es ist in jedem Alter möglich, die Zähne zu regulieren.
Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung?
Dr. Martin Josef Klein: Das kommt auf den Schweregrad an. kat

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