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Serie TV-Wanderwochen: Hightech im Grünen – Neue Hilfsmittel für Wanderer

(Trier) Vier Wochen lang entführt der Volksfreund seine Leser im Rahmen der TV-Wanderwochen in die Natur. Doch die Technik ist auch hier auf dem Vormarsch. Dossier zum Thema: TV-Wanderwochen

13.10.2017
Nathalie Hartl
Der technische Fortschritt erstreckt sich auch auf Wald und Wiese. Wo manch einer Stille und die Abschottung von der digitalen Welt sucht, zückt ein anderer begeistert sein Smartphone. Egal ob Online-Karte, Schatzsuche-App oder Fitness-Analyse - es gibt verschiedenste Hilfsmittel und Spielereien für Wanderer. Der TV stellt einige davon vor.

Geocaching - moderne Schatzsuche: Überall auf der Welt haben Geocacher Verstecke (Caches) angelegt. Darin befinden sich manchmal nur Logbücher, manchmal aber auch kleine Schätze. Allein im 50-Kilometer-Umkreis von Trier listet eine der führenden deutschen Geocaching-Webseiten (www.opencaching.de) knapp 500 Verstecke. Mit Blick auf die Mosel können Schatzsucher zum Beispiel am Mehringer Berg wandern, rätseln und fündig werden. Um dem Cache auf die Schliche zu kommen, müssen sie während des Spaziergangs Daten sammeln und Mathekenntnisse beweisen. Es gibt aber auch Punkte, die leichter zu finden sind.

Anna Riemann geht regelmäßig auf Schatzsuche. "Mittlerweile nehmen viele ein Smartphone, weil es auch eine App gibt. Das geht natürlich schneller, weil man unterwegs nebenbei Caches aufspüren kann." Die Triererin benutzt allerdings noch ein klassisches GPS-Gerät, in das man die Koordinaten eingibt und dann dem Richtungspfeil folgt. "Am Geocaching reizt mich, dass man oft nicht genau weiß, wo man am Ende herauskommt", sagt Riemann. "Größtenteils handelt es sich um Orte, die man nicht kannte, die aber etwas Besonderes haben, zum Beispiel einen schönen Baum im Wald oder eine kleine Sehenswürdigkeit." Geocacher verschlägt es manchmal an ungewöhnliche Plätze, wie die 24-jährige Studentin berichtet. "Das interessanteste Versteck war in einem Tunnel unter einer Stadt. Der Cache war ein festgebundener Koffer."

Navigation und Karten: Nicht nur für Geocacher, sondern auch für alle anderen ist Orientierung wichtig. Wer kennt es nicht: Man befindet sich auf einer Wanderung und erklimmt einen Höhenmeter nach dem anderen - nur um oben festzustellen, dass man eine falsche Abzweigung genommen hat. Zwar sind viele Wege gekennzeichnet, jedoch verstecken sich die Markierungen gerne auf zugewucherten Baumstämmen oder bemoosten Steinen. Ein Rezept dagegen sind Wanderkarten. Doch die sind nicht immer nutzerfreundlich. Denn sie helfen nur bedingt weiter, wenn man über den eigenen Standort nur spekulieren kann. Statt knitteranfälligen Kartenmaterials verwenden daher viele Naturfreunde technische Lösungen, die sich durch eine Ortungsfunktion auszeichnen. Verlaufen muss sich in Zeiten von GPS (Globales Positionsbestimmungssystem) und Internet theoretisch keiner mehr. In der Praxis haben die modernen Lösungen jedoch einen Haken: Viele Apps benötigen eine ausreichende Netzwerkverbindung, die auf idyllischen Pfaden in Eifel und Hunsrück nicht immer vorhanden ist. Nutzer sollten deshalb darauf achten, das Kartenmaterial vor der Wanderung herunterzuladen.

Die Ortung und Navigation mittels GPS funktioniert dagegen fast immer, da das System mit Satelliten arbeitet, die sich in über 20 000 km Entfernung rund um die Erde bewegen. Wer GPS nutzt, sollte bei längeren Touren auch ein Ladegerät oder einen austauschbaren Akku mitführen, weil die Funktion die Batterie stark beansprucht. Viele Apps wie outdooractive, ADAC Wandern oder Gastlandschaften Rheinland-Pfalz, die allein bereits über 200 000 mal heruntergeladen wurde, bieten nicht nur Kartenmaterial sondern auch Vorschläge. "Gäste können sich entlang von Touren navigieren lassen, Übernachtungsmöglichkeiten buchen und Einkehrmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten finden", sagt Yves Loris von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, die die Gastlandschaften-App anbietet.

Das Angebot diene aber auch schon im Vorfeld der Reise zur Inspiration und zur Planung des Aufenthalts. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, die Strecken zu bewerten. "Das ist wichtig für die Nachbereitung eines Aufenthalts und trägt zur Verbesserung der Inhalte bei", so Loris.

Fitness und Selbstvermessung: Auch Schrittezähler, Smartwatches und ähnliche Utensilien können das Wandern erfrischender gestalten. Denn die Messgeräte sorgen bei vielen Nutzern für einen zusätzlichen Motivationsschub. Neben den simplen Varianten, die lediglich Schritte und Kilometer zählen, gibt es auch solche, die Blutdruck und Herzfrequenz erfassen oder die verbrannten Kalorien errechnen. Allerdings sind die Ergebnisse aufgrund des individuellen Energieverbrauchs mit Vorsicht zu genießen. Interessant kann es dennoch sein, eine persönliche Statistik zu führen.

Wandern und lernen: Wer auf seiner Wanderschaft etwas lernen will, kann ebenfalls auf sein Smartphone zurückgreifen. Apps helfen beim Bestimmen von Tieren, Bäumen und Pilzen. Doch Vorsicht bei Letzterem, warnt Pilzexperte Dr. Wolfgang Prüfert von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie: "Pilze zu bestimmen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die auch durch eine App nicht leichter wird."

Der Experte rät Nutzern davon ab, sich nur auf Online-Angebote zu verlassen. Dennoch können die Apps einen Waldspaziergang bereichern und die Nutzer weiterbilden.