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So sparen Sie sich Kontogebühren und hohe Dispozinsen

Die Niedrigzinspolitik der EZB setzt Banken zunehmend unter Druck. Durch fehlende Zinseinkünfte aus dem Kreditgeschäft schrauben die Banken und Sparkassen zunehmend an den Kontoentgelten – zum Leidwesen der Verbraucher.

13.10.2017
So zahlen immer mehr Kunden für Überweisungen, Abhebungen oder sogar für ihre Girocard. Wir haben das aktuelle Angebot an Girokonten in Deutschland unter die Lupe genommen und herausgefunden, wie und wo Sie sich Kontogebühren und hohe Dispozinsen sparen können.
 
Filialbanken drehen an der Kostenschraube
Für die Führung eines Girokontos verlangen Filialbanken im Durchschnitt 6,70 Euro pro Monat. Spitzenreiter sind dabei die HypoVereinsbank mit 14,90 Euro für ihr ExklusivKonto und die Sparkasse mit 11,90 Euro, wobei die Preise regional differieren. Auch die Dispozinsen bewegen sich bei vielen Filialbanken im zweistelligen Bereich. Bei der Sparkasse muss man mit Überziehungszinsen in Höhe von mindestens 10,6 Prozent rechnen.

„Filialbanken sind in der Kontoführung deutlich teurer als Direktbanken.“
 
Laut einer Umfrage der ING DiBa ärgern sich 42 Prozent der Verbraucher über die Kontoführungsgebühren und 21 Prozent echauffieren sich über den hohen Dispozins. Dennoch gehören die Deutschen im internationalen Vergleich zu den wechselfaulsten Bankkunden. So haben laut einer Bitkom-Studie rund 75 % der Deutschen noch nie ihr Girokonto gewechselt. Dabei ist der Kontowechsel durch das 2016 erlassene Zahlungskontengesetz so einfach wie nie: Laut Gesetz müssen die Banken die Verbraucher beim Kontowechsel unterstützen und Daueraufträge sowie Lastschriften aufs neue Konto übertragen. Wer also über 60 Euro im Jahr für sein Girokonto bezahlt, sollte dringend wechseln.
 
Direktbanken – kostengünstige Alternative?
Im Gegensatz zu Filialbanken verzichten die sogenannten Direktbanken auf den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden. Die Kommunikation von Kunde und Bank läuft somit über das Internet, findet also nicht in einer Filiale statt. Ein Filialnetz, wie bei herkömmlichen Filialbanken findet man hier also nicht. Damit sparen sich die Kreditinstitute erhebliche Kosten für Personal, Miete und Infrastruktur. Durch diese Kosteneinsparungen haben sie auch in Zeiten der Niedrigzinsphase die Möglichkeit, günstige bis hin zu kostenlose Girokonten anzubieten
 
Sparmöglichkeiten für Direktbankkunden
Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Filial- und Direktbanken bei den Kontoführungsgebühren. Immer mehr Filialbanken taten es in den letzten Jahren ihren Konkurrenten gleich und hoben die Kosten für die Kontoführung. Wie bereits erwähnt, liegen die Kosten für die Kontoführung bei Filialbanken im Durchschnitt bei 6,70 Euro. Aufs Jahr hochgerechnet, zahlen Kunden damit 80,40 Euro für ihr Girokonto. Bei Direktbanken, entfallen diese Gebühren meist vollständig. Wer also auf der Suche nach einem günstigen bis kostenlosen Girokonto ist, wird sehr wahrscheinlich bei einer  Bank ohne Kontoführu ngsgebühren  also einer Direktbank – fündig werden.
 
Auch die weiteren Leistungen der Banken unterscheiden sich enorm. Will ein Sparkassenkunde die Vorteile einer Kreditkarte für sich beanspruchen, muss er zusätzlich zur Kontoführungsgebühr bis zu 30 Euro allein für die Kreditkarte entrichten. Auch für Bargeldabhebungen und die Zurverfügungstellung einer Girocard – ehemals kostenlose Leistungen – verlangen Filialbanken zunehmend Gebühren. Auch hier punkten im direkten Vergleich die Direktbanken, bei denen eine Kreditkarte meist kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Kostenfalle Dispo
Ganze 44 Prozent der Deutschen nehmen, einer Umfrage der ING DiBa im zufolge, mindestens einmal im Jahr den Dispokredit ihres Girokontos in Anspruch. Doch hier lauert oftmals eine Kostenfalle. Für die Beanspruchung des Dispos verlangen Banken nämlich hohe Dispozinsen. Abermals unterliegen hier die Kosten der Direktbanken deutlich denen der Filialbanken. Während bei Filialbanken der Dispozins durchschnittlich bei über zehn Prozent liegt, trumpfen einige Direktbanken mit einem deutlich günstigeren Prozentsatz. So liegt der Dispozins hier häufig zwischen 6 und 8 Prozent. Wer also nicht länger hohe Kontoführungsgebühren für sein Konto zahlen möchte, kann sich bei Direktbanken eine Menge Geld sparen.