Wenn Hunde oder Pferde neugierig an einzelnen Raupen oder ganzen Nestern schnüffelten oder sogar schleckten, könnten die giftigen Härchen der Insekten bis in die Atemwege gelangen, warnt der Tierarzt Prof. Andreas Moritz von der Universität Gießen. «Wenn dann Schwellungen im Hals auftreten, kann es passieren, dass die Tiere keine Luft mehr bekommen.» Auf die Vierbeiner solle man deswegen ähnlich gut aufpassen, wie auf Kinder.
Allerdings wisse er nur von Einzelfällen, in denen Haustiere nach dem Kontakt mit den Raupen behandelt werden mussten. Und wenn die Vergiftung, die ähnlich wie eine allergische Reaktion ablaufe, zügig behandelt werde, seien die Tiere schnell wieder wohlauf.
Wenn Gartenbesitzer die Nester des Eichenprozessionsspinners auf ihrem Grundstück entdecken, sollten sie diese nicht auf eigene Faust entfernen, sondern sich an spezialisierte Firmen wenden, rät Gerlinde Nachtigall vom Julius-Kühn-Institut. Gefährlich sei das Abflammen mit Feuer, weil die Härchen dann durch die warme Luft in alle Richtungen getragen werden könnten, sagt die Sprecherin der für Kulturpflanzen zuständigen Bundesbehörde.
Zwar ließen sich die Insekten in den ersten beiden von insgesamt sechs Larvenstadien mit bestimmten chemischen Mitteln bekämpfen - die dürften aber nur von Spezialisten eingesetzt werden. Außerdem seien die Raupen in diesen ersten beiden Stadien von Laien kaum zu erkennen, erklärt Nachtigall. Und ab dem dritten Stadium, wenn sich die Härchen gebildet haben, seien die Mittel wirkungslos.
Allerdings könnten Gartenbesitzer die Experten auch einschalten, um einem neuen Befall im nächsten Jahr zu verhindern. Dann hätten die Spezialisten genügend Vorlauf, um gegen die Larven im Frühstadium vorzugehen zu können.
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