Fünf Jahre nach der Einführung der Arzneimittel-Rabattierung kann man von der Hoffnung Abschied nehmen, das bürokratische Monstrum werde durch Gewöhnung zu einem handhabbaren Kostendämpfungsinstrument. Das Gegenteil ist richtig: Es wird immer mehr Verwaltungsaufwand produziert, immer mehr Unsicherheit bei den Patienten, immer mehr Ärger bei Apothekern und Ärzten.
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Die unbestreitbare finanzielle Entlastung der Kassen - und damit der Beitragszahler - wird bezahlt mit einer weiteren Bürokratisierung des ohnehin uneffektiven Gesundheitswesens. Und das gibt nach aktuellen Studien schon jetzt jeden vierten der jährlich 180 Milliarden Euro für Verwaltung aus - ein Irrsinn.
Vor diesem Hintergrund bringt es wenig, wenn sich die Akteure, hier Apotheker und Kassen, wechselseitig in die Pfanne hauen. Sie sind alle Gefangene der hilflosen Bemühungen der Politik, ein Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen, das nicht nur nach Ansicht des Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung "am Rande des Chaos" entlangtaumelt.
Das Problem liegt im System.
Die Herumdokterei am Gesundheitssystem erinnert an den Versuch, ein Auto zu reparieren, das eckige Räder hat. Man baut immer stärkere Motoren ein, verfeinert das komplizierte Getriebe, optimiert die Karosserie - und wundert sich, dass der Karren trotz alledem immer nur mehr Benzin verbraucht, aber nie besser fährt.
Das Problem ist: An die Räder will keiner ran. Wer das System wirksam reparieren will, darf nicht am Überbau ansetzen, sondern am Patienten. Sein Wohl gehört in den Mittelpunkt der Überlegungen - aber gleichzeitig auch seine Verantwortung für sich selbst und für einen vernünftigen Umgang mit den finanziellen Ressourcen des Gesundheitswesens. Hätte der Patient selbst ein unmittelbares Interesse an der Begrenzung der Kosten, könnte sich das ganze Gesundheitswesen daran ausrichten.
Das jetzige System begünstigt dagegen die Haltung, möglichst viele und teure Leistungen in Anspruch zu nehmen. Ernsthaftes Eigen-Interesse am Sparen hat niemand, weder Patienten noch Ärzte, Apotheker und Pharma-Industrie, nicht einmal die Kassen mit ihren riesigen, nach Beschäftigung schreienden Apparaten.
Deshalb gehen seit Jahren alle Versuche in die Hose, diesen Sektor mit planwirtschaftlichen Maßnahmen zusammenzuflicken. Und Änderung ist nicht in Sicht.
Lausige Aussichten für die Generation, die in 20 Jahren mit dann "70plus" auf ein funktionierendes Gesundheitswesen angewiesen sein wird. d.lintz@volksfreund.de
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