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aus unserem Archiv vom 06. Februar 2012
Autor: meinung Heribert WaschbüschOrt: Drucken  E-Mail

Eine Idee für Europa

Läuft Griechenlands Zeit in der Euro-Zone ab? Der gestrige Tag hat einmal mehr den Eindruck bestärkt, dass die europäischen Partner die Geduld mit Athen verlieren. Der Vorschlag von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel, Athen solle alle staatlichen Einnahmen auf ein Sperrkonto einzahlen und daraus seine Schulden tilgen, zielt in dieselbe Richtung wie die fehlgeschlagene Idee, den Griechen einen Sparkommissar vorzusetzen.

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Sonderkonto klingt indes bei weitem nicht so schlimm wie Sparkommissar. An der Sache ändert es nichts. Europa traut Griechenland nicht zu, seine Probleme zu lösen. Und damit haben Merkel, Sarkozy, Juncker & Co. auch vollkommen recht. Griechenland kann seine Schulden nicht alleine zurückzahlen. Das Land ist seit zwei Jahren pleite - das Sparprogramm hat bisher die Menschen nur weiter in die Armut getrieben, die Wirtschaft ist abgestürzt. Leider erweisen sich Merkel und Sarkozy bisher als schlechte Insolvenzverwalter innerhalb der Euro-Zone. Es reicht nicht aus, Hellas immer neue Milliarden zu leihen und weiter an der Sparschraube zu drehen. Wo ist die Idee für die Zukunft der Euro-Zone? Wer Griechenland retten will, muss das Land mit einem Marshallplan unterstützen. Klar, dass Deutschland die Hauptlast tragen muss. Bis Reformen und Hilfen wirken und die Griechen wieder auf eigenen Beinen stehen, können Jahre vergehen.
Die Alternative wäre, die überschuldeten Griechen ihrem Schicksal zu überlassen. Aber auch das würde die Bundesbürger und die Euro-Länder viele Milliarden kosten. Denn Banken, Fonds und Versicherungen haben in griechischen Staatsanleihen investiert, um die Konten ihrer Anleger mit einem satten Zinsgewinn zu füllen, die Europäische Zentralbank garantiert für viele faule Anleihen.
Rennt Hellas in eine ungebremste Insolvenz, sind die Folgen für die Euro-Zone nicht abzusehen und nicht zu kalkulieren. In dieser Krise braucht Europa Politiker mit einer europäischen Vision.

h.waschbuesch@volksfreund.de

 




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