Gegner, Feind, Parteifreund. Diese Steigerungsformel gilt ganz besonders für die FDP.
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Wer immer vorher angeblich wusste, ahnte oder erwartete, dass Parteichef Philipp Rösler mit seiner Rede bei der traditionellen Dreikönigs-Kundgebung in Stuttgart die Stimmung für die Liberalen herumreißen würde, hat das Ereignis absichtsvoll überfrachtet. Der wollte die Latte so hochlegen, dass auch ein Besserer als der junge Vorsitzende sie gerissen hätte.
Das Dreikönigstreffen war schon immer der Versuch einer Partei, quasi anlasslos, nur weil 6. Januar ist, mit einer einstudierten Show Stimmung bei den eigenen Leuten zu erzeugen, um einen guten Start ins Jahr zu haben. Schon wegen des deprimierenden Prologs Ende 2011 - die schlechten Umfragewerte, der Streit um den Euro, der Rücktritt des Generalsekretärs - konnte diese Aufführung im Stuttgarter Staatstheater in diesem Jahr nicht funktionieren. Es ist bei dem Pech, das an dieser Partei klebt, fast schon kein Zufall mehr, dass sie zeitgleich zum Aufbruch in Stuttgart in Saarbrücken aus der Jamaika-Koalition flog.
Dieses Jahr begann für die FDP wie das letzte, mit einer verdeckten, kritischen Diskussion um den Vorsitzenden, damals Westerwelle, jetzt Rösler. Mit einem neuen Generalsekretär, der gleich einen Fehlstart hinlegte. Mit einem Fraktionschef Rainer Brüderle, der sich nicht einbinden lässt. Drei Könige irren da durchs deutsche Land, und nirgends scheint ein Leitstern.
Rösler hat es mit einer neuen inhaltlichen Orientierung versucht. Kein Wort mehr von Steuersenkungen, stattdessen der wolkige Begriff Wachstum. Eine ziemlich künstliche Idee. Lautet das neue FDP-Motto "Wir sind für Wachstum, machen Sie mit?" Genauso gut könnte die Partei für gutes Wetter werben. Aber über die Stabilisierung der FDP im Jahr 2012, und damit auch über die Frage, ob sie sich bis zum Wahljahr 2013 überhaupt wieder so weit erholen kann, dass sie noch mit Aussicht auf Erfolg antreten kann, wird ohnehin nicht durch Begriffe entschieden, und auch nicht auf Jubelkundgebungen. Sondern dort wo die Partei ihren guten Ruf verloren hat, im politischen Alltag in Berlin. Solides Handwerk der Fraktion im Bundestag, ein abgestimmtes Handeln und Auftreten der Führung, Harmonie in der Koalition, darum geht es. Nichts freilich fällt dieser Individualistenpartei schwerer.
Deshalb sind die Prognosen eher düster. Rainer Brüderle meinte in Stuttgart, die FDP könne nur einer wegkriegen, sie selbst. Aber da man sich bekanntlich nie einig sei, auch darüber nicht, könne das nicht passieren. Dieser Witz fällt in die Kategorie schwarzer Humor. Ganz schwarz. nachrichten.red@volksfreund.de
Leckeres Frühstück einmal anders: Ausgedehnt und zusammen mit Freunden und oder Familie findet ein Brunch in der Regel am Wochenende statt. Ein Brunch ist die Mischung aus Frühstück und Mittagessen. mehr...
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