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Wegweiser durch den Paragrafendschungel

Trierer Studierende möchten Flüchtlingen kostenlose Rechtsberatung anbieten

(Trier/Schweich/Villupuram) Wie ein Asylverfahren abläuft, was eine Duldung oder eine Aufenthaltserlaubnis ist - das sind Dinge, die Flüchtlinge wissen sollten. Doch woher sollen sie es wissen, wenn es ihnen niemand erklärt? Angehende Juristen der Universität Trier möchten einen Beitrag zur Aufklärung leisten.

03.04.2015
Trier/Schweich/Villupuram. Gesetze und Verordnungen, Vorschriften und Formulare - schon für Deutsche ist es nicht immer einfach, amtliche Dokumente zu verstehen. Noch schwieriger ist es für Flüchtlinge, die zum einen die deutsche Sprache nicht beherrschen und zum anderen oft aus Ländern kommen, in denen keine rechtsstaatlichen Verhältnisse herrschen. Um diese Menschen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären und ihnen zu helfen, sich im Paragrafendschungel von Asyl- oder Aufenthaltsrecht zurechtzufinden, möchten Jura-Studierende der Trierer Universität ihnen eine kostenlose Rechtsberatung anbieten. Dazu wurde im Dezember der Verein Refugee Law Clinic (RLC) Trier gegründet. Der englische Name, der so viel wie "Flüchtlingrechtsklinik" bedeutet, lässt erkennen, dass die Idee ursprünglich aus den USA stammt. So wie für Mediziner ein Klinikum ein Lehrkrankenhaus ist, so sollen auch angehende Juristen eine Gelegenheit bekommen, ihr erlerntes Wissen praktisch anzuwenden und dabei Menschen zu unterstützen, die sich keinen Anwalt leisten können.
Schon im Jahr 2007 gründete sich eine Refugee Law Clinic in Gießen, weitere Städte folgten. Nun also soll das bewährte Konzept auch in Trier umgesetzt werden. "Die Beratung von Flüchtlingen soll im nächsten Jahr beginnen", kündigt RLC-Vorstandsmitglied Jana Schollmeier in der Projektvorstellung auf www.volksfreund.de/meinehilfe an. Vorher müssen die Studenten aber noch im Asylrecht geschult werden. "Ein Vortrag zu Rechten und Pflichten von Asylsuchenden ist noch nicht finanziert", erklärt Schollmeier weiter. Um eine Aufwandsentschädigung und die Fahrtkosten für einen Referenten decken zu können, benötigt der Verein 300 Euro. Spenden sind unter der Projektnummer 27535 möglich.
Auch eine Erfolgsmeldung gibt es in dieser Woche: Das 266. Projekt von "Meine Hilfe zählt" ist finanziert. Die Reparatur des Katastrophenschutzboots der DLRG Schweich ist dank Spenden jetzt vollständig bezahlt. Ausgeführt wurde sie bereits im vergangenen Jahr, die "Mosel" hat mit ihrem neuen Motor bereits ihre ersten Einsätze absolviert.
Neues gibt es von der Indien-Partnerschaft des Trierer Auguste-Viktoria-Gymnasiums: Eine Gruppe von 14 Schülern und drei Lehrern hat sich Mitte März auf den Weg nach Südindien gemacht, um dort die derzeit 60 Mädchen und Jungen zu besuchen, die in einem aus Spenden finanzierten Kurs auf den Schulabschluss vorbereitet werden, und um sich vor Ort ein Bild vom Fortgang des Projekts zu machen. Damit auch im zweiten Halbjahr 2015 ein Kurs angeboten werden kann, werden noch weitere Spenden unter Projektnummer 23093 benötigt. daj
volksfreund.de/meinehilfe
Extra
Motorikrolle, Kletternetz und Gymnastiktreppe: Um Menschen mit Autismus motorisch und sozial zu fördern, möchte das Autismuszentrum Trier diese Geräte anschaffen. Wer sich an der Finanzierung beteiligen möchte, kann dies unter Projektnummer 27052. red
Extra
Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012, Sparkasse Trier (BLZ 58550130), IBAN: DE47 5855 0130 0000 2200 12 oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103), IBAN: DE67 5856 0103 0000 1919 19 Im Verwendungszweck bitte immer die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Online: Auf volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet.