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Cyber-Attacken legen Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen lahm

(Arnsberg/Neuss) Zwei Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sind in der vergangenen Woche Opfer von Cyber-Attacken geworden. So hätten unter anderem das Klinikum Arnsberg und das Neusser Lukaskrankenhaus für mehrere Tage ihre kompletten IT-Systeme herunterfahren müssen. Hinter den Angriffen werden Kriminelle vermutet, die Geld erpressen wollten.

15.02.2016
dpa/tz
Eine Cyber-Attacke hat die digitale Kommunikation eines Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen unterbrochen. Das Klinikum Arnsberg habe am Freitag auf einem Computersystem eine Schadsoftware entdeckt, sagte ein Sprecher des Klinikums am Montag und bestätigte damit Medienberichte. Daraufhin sei der betreffende Teil abgeschaltet und das komplette System heruntergefahren worden. Am Sonntagvormittag liefen die Computer demnach wieder. Außer Notfällen seien bis dahin keine neuen Patienten aufgenommen worden.

Mit dem Abschalten der Computer sei die digitale Kommunikation zwischen den Abteilungen unterbrochen gewesen. „Befunde mussten persönlich, per Telefon oder Fax übermittelt werden“, schilderte der Sprecher. Der Virus sei mit einem E-Mail-Anhang, „der besser nicht geöffnet worden wäre“, eingedrungen. Ein Erpressungsversuch werde vermutet: Es seien Meldungen mit Geldforderungen aufgetaucht.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte am Montag, das Klinikum Arnsberg sei der dritte der Behörde bekanntgewordene Fall seit dem vergangenen Jahr. Erst wenige Tage zuvor hatte das Lukaskrankenhaus in Neuss von einer Cyber-Attacke berichtet.  Dieser Angriff sei nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik jedoch kein gezielter Angriff gewesen. „In Neuss geht es um Software, die Daten verschlüsselt. Das hängt nicht mit einer gezielten Attacke zusammen, sondern um einen breiten Angriff, der ungezielt gestreut wird“, sagte ein Sprecher der Bundesbehörde am Montag. Dahinter steckten Cyber-Kriminelle, die Geld erpressen wollten. Die Schadsoftware sorge meist dafür, dass auch ein Erpresserschreiben auftauche. „Das wird so breit wie möglich gestreut, ein gewisser Prozentsatz ist erfolgreich“.

Die Cyber-Attacke hatte die Arbeit des Krankenhauses stark eingeschränkt.  Alle IT-Systeme seien heruntergefahren worden. Im Krankenhaus werde nun wie vor 15 Jahren gearbeitet, es werde gedruckt und gefaxt, Befunde würden mit Boten übermittelt, sagte Ulla Dahmen, die Sprecherin des Krankenhauses.

„Etwa 15 Prozent der Operationen haben nicht stattgefunden“, sagte die Sprecherin. Die Versorgung der Patienten sei aber nie gefährdet gewesen.



 

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