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aus unserem Archiv vom 08. Juni 2011
Autor: Bernd Wientjes Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Immer mehr Verbraucher vertrauen auf die Kraft der Sonne

Zahlreiche Menschen produzieren ihren Strom mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach selbst. Die Kraftwerke produzieren rund ein Prozent der in der Region verbrauchten Strommenge.

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Wenn die Sonne kräftig scheint, produzieren Photovoltaikanlagen in der Region fast ununterbrochen Strom, darunter Großanlagen der Trierer Stadtwerke. Allein in deren Bereich ist die Zahl der Photovoltaikanlagen seit 2004 von 40 auf 313 in diesem Jahr angestiegen. In den Landkreisen, wo der Energiekonzern RWE für die Stromversorgung zuständig ist, gibt es laut RWE-Sprecher Rolf Lorig 5213 Anlagen. 124 davon speisen Strom (rund 91.000 Kilowatt) direkt in das öffentliche Netz ein.

Der meiste Sonnenstrom wird im Eifelkreis Bitburg-Prüm produziert. Dort gibt es nach Auskunft des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums rund 1400 Photovoltaikanlagen, im Kreis Trier-Saarburg sind es 836. Das Dorf Bauler (100 Einwohner) im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist landesweit Spitzenreiter beim Solarstrom: Pro Einwohner werden dort fünf Kilowatt erzeugt.

Alle Sonnenkraftwerke zusammen produzieren rund ein Prozent des jährlichen regionalen Strombedarfs.

Die Zahl der Photovoltaikanlagen-Besitzer könnte weiter steigen: Denn künftig brauchen sie kein Gewerbe mehr anzumelden. Bislang musste jeder Besitzer einen Gewerbeschein beantragen, weil er als selbstständiger Stromproduzent galt. Zugleich wurde er automatisch Mitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK). So kamen in den vergangenen Jahren allein 650 neue Gewerbetreibende in die IHK.

Länder und das Bundeswirtschaftsministerium haben sich nun geeinigt: Privatleute, die eine Photovoltaikanlage haben, müssen kein Gewerbe mehr anmelden. Das gelte auch rückwirkend, sagte eine Sprecherin des Mainzer Wirtschaftsministeriums.

Trotz des anhaltenden Solar-Booms zeigen sich Hersteller in Deutschland skeptisch: Auf der Messe Intersolar forderten sie am Mittwoch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien. „Wenn man A wie Atomausstieg sagt, muss man auch B wie Beschleunigung zum Ausbau sagen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig. Den BSW stört, dass für die schwarz-gelbe Bundesregierung Windenergie nun wichtiger als Sonnenenergie werde. Für Photovoltaikanlagen rechnet der Verband dagegen ab Sommer mit einer weiteren Förderkürzung von sechs Prozent. (mit dpa)


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