Polizeistatistik: Zahl der Straftaten historisch niedrig
Erfolgsbilanz der Polizei kurz vor der Landtagswahl: Im vergangenen Jahr hat es in der Region so wenige Straftaten gegeben wie seit elf Jahren nicht mehr. Und fast zwei Drittel aller gemeldeten Delikte sind aufgeklärt.
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4. Juni 2010: Eine 20-Jährige wird tot in ihrer Wohnung in Höchstberg (Vulkaneifelkreis) gefunden. Noch am gleichen Abend wird der sechs Jahre ältere Ex-Freund der Frau festgenommen. Er soll sie nach einem Streit mit einem Hammer erschlagen haben.
30. Juni 2010: Ein 13-Jähriger greift in Trier-West einen auf einer Bank schlafenden Obdachlosen an, tritt ihn brutal und verletzt ihn lebensgefährlich. Der strafunmündige Junge wird dem Jugendamt übergeben.
Zwei spektakuläre Straftaten aus dem vergangenen Jahr. Sie zeigen, dass die Region keine Insel der Seligen ist. Doch laut Polizeipräsident Lothar Schömann sind solche brutalen Taten eher die Ausnahme. Seit dem Jahr 2000, so Schömann, habe es im Zuständigkeitsbereich des Trierer Polizeipräsidiums (dazu gehören Trier, Trier-Saarburg, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Vulkaneifelkreis, Bernkastel-Wittlich, Kreis Birkenfeld und Teile des Landkreises Cochem-Zell) nicht mehr so wenige Straftaten gegeben. Damit sei die Region mit am sichersten in Rheinland-Pfalz, verkündet der oberste Polizist bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. Die Zahl der erfassten Straftaten ist im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 35 330 Fälle gesunken. Auch auf Landesebene wurden weniger Straftaten registriert, die angezeigten Delikte sind gegenüber 2009 um 1,2 Prozent auf 279 826 zurückgegangen.
Vor allem bei Diebstählen, Einbrüchen und Betrugsfällen ist der Rückgang sehr deutlich.
Bei den sogenannten Straftaten gegen das Leben ist ein Anstieg von neun auf 31 zu verzeichnen. Registriert wurden im vergangenen Jahr ein Mord, 16 Totschlagsdelikte, 13 Fälle von fahrlässiger Tötung und ein illegaler Schwangerschaftsabbruch.
Raub, Körperverletzung und Freiheitsberaubung hat es 2010 weniger gegeben als noch im Jahr zuvor. Diese sogenannten Rohheitsdelikte gingen um 77 Fälle auf 5001 zurück.
Das Risiko in der Region, Opfer einer Straftat zu werden, ist laut Schömann trotz allem gering. Auf 100 000 Einwohner entfielen im vergangenen Jahr 5752 Straftaten (landesweit liegt diese Zahl bei 6974).
Nicht nur, was den Rückgang der Straftaten angeht, kann Schömann einen Rekord vermelden, sondern auch bei der Aufklärungsquote. Fast zwei Drittel aller Taten, die im vergangenen Jahr der Polizei in der Region gemeldet wurden, sind aufgeklärt. Mit einer Aufklärungsquote von 65,6 Prozent nehme das Trierer Polizeipräsidium landesweit einen Spitzenwert ein. Im Landesdurchschnitt lag die Aufklärungsquote bei 62,5 Prozent. Seine Beamten hätten damit 23 160 Straftaten geklärt, so Schömann. Zu diesen Fällen habe die Polizei 17 481 Tatverdächtige (404 weniger als 2009) ermittelt, drei Viertel davon waren Männer.
Zum Erfolg beigetragen hat laut Schömann auch die immer besser werdende Kriminaltechnik - etwa die verfeinerte DNA-Analyse, die es mittlerweile ermöglicht, selbst aus kleinsten Spuren Rückschlüsse auf potenzielle Täter zu ziehen. In diesem Zusammenhang bedauert der Polizeipräsident das seit einem Jahr geltende Verbot der Vorratsdatenspeicherung. Vor allem im Bereich der organisierten Kriminalität erschwere das nicht mehr erlaubte Rückverfolgen von Telefon- und Internetdaten die Ermittlungen.
Was Schömann trotz aller Erfolgspunkte Sorge macht, ist die Zunahme der Gewalt gegen Polizisten. 206 Beamte seien im vergangenen Jahr zu Opfern geworden. Er macht eine zunehmende Respektlosigkeit aus: "Polizisten werden angepöbelt, bespuckt, geschlagen und bedroht."
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