ausallerwelt/themendestages

Trierer Politikerin Katarina Barley wird neue SPD-Generalsekretärin

Karrieresprung: 46-jährige Juristin soll Yasmin Fahimi als Parteimanagerin beerben

(Trier/Berlin) Die Trierer SPD-Bundestagsabgeordnete Katarina Barley (46) soll neue SPD-Generalsekretärin werden. Das erfuhr der TV am Sonntagabend aus Parteikreisen. Die promovierte Juristin soll im Dezember die bisherige Parteimanagerin Yasmin Fahimi beerben. Dossier zum Thema: Katarina Barley

01.11.2015
Rolf Seydewitz
Paukenschlag in der SPD: Die erst seit dieser Legislaturperiode im Bundestag sitzende SPD-Parlamentarierin Katarina Barley soll nach dem Willen von Parteichef Sigmar Gabriel neue Generalsekretärin der Partei werden. Das wurde unserer Zeitung aus Parteikreisen bestätigt. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Gabriel will die Personalie angeblich am Montag in Berlin verkünden. Während eines Treffens der SPD-Spitze am Samstag kündigte Gabriel lediglich an, er wolle dem Parteitag Mitte Dezember wieder eine Frau als Fahimi-Nachfolgerin vorschlagen. Das Verhältnis zwischen Gabriel und der 47-Jährigen gilt seit langem als angespannt. Fahimis Entscheidung, nicht wieder zu kandidieren und zum neuen Jahr als Staatssekretärin bei Arbeitsministerin Andrea Nahles anzufangen, war erst am Mittwoch gefallen. Fahimis designierte Nachfolgerin Katarina Barley sitzt erst seit 2013 im Bundestag. Zuvor war sie Referentin im rheinland-pfälzischen Justizministerium.

Katarina Barley wurde in Köln geboren, studierte Rechtswissenschaften in Marburg und Paris und promovierte über „Kommunalwahlrecht für Unionsbürger“. Auf ihren Doktortitel ist die in Schweich bei Trier lebende Mutter zweier Söhne stolz, „den muss man nicht verstecken“, sagt sie, die Arbeit sei schließlich „ehrlich recherchiert und ganz alleine geschrieben“. Die 1994 in die SPD eingetretene Barley gilt als strebsam. Für die regionalen Sozialdemokraten ist sie eine Hoffnungsträgerin, die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gefördert wurde. „Ohne Dreyer hätte ich auch nicht für den Bundestag kandidiert“, sagt Barley. Gut möglich, dass Dreyer sie bei Gabriel auch jetzt als mögliche Fahimi-Nachfolgerin ins Spiel gebracht hat. Als Generalsekretärin unter Gabriel dürfte die erst am Samstag von einer dienstlichen Amerikareise zurückgekehrte Katarina Barley keinen einfachen Job haben.

Bei der demnächst 47-Jährigen laufen künftig alle Fäden der Partei zusammen – vom Ortsverein über die Landesverbände bis in die Parteispitze. „Sie ist eine starke und fähige Person, ich traue ihr das Amt zu“, sagt Landes-SPD-Generalsekretär Jens Guth. Ihr Bundestagsmandat dürfte Barley als Generalsekretärin behalten.

Empfehlungen

Kommentare