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Uran-Transport rollt entlang der Mosel

Atomkraftgegner und Grünen-Politikerin Nabinger beklagen Durchfahrt solcher Züge

(Trier) Nach Angaben der Grünen-Landtagsabgeordneten Stephanie Nabinger aus Saarburg rollt in dieser Woche ein großer Uran-Transport entlang der Mosel nach Frankreich. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac Koblenz hat ähnliche Informationen.

19.08.2014
Dieter Junker
Die Grünen-Politikerin Stephanie Nabinger und Attac Koblenz berichten besorgt von einem Transport, der 51 Waggons umfassen soll und Uranerzkonzentrat ("Yellow Cake") von Kasachstan, Namibia und wahrscheinlich Usbekistan in die südfranzösische Atomanlage Malvesi bringen soll. Die Landtagsabgeordnete sagt, dass dieser Transport in zwei Züge unterteilt ist und wohl Mitte dieser Woche die Region passiert.
Nach Attac-Angaben ist dies der bislang längste und größte beobachtete Atomzug mit Uranerzkonzentrat, der von Hamburg aus über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach Frankreich geht.
Nach Angaben von Atomkraftgegnern soll der Transport am Montagnachmittag in Hamburg gestartet sein. Auch der NDR hatte von einem solchen Transport von Uranerz nach Frankreich am Montag berichtet. Sowohl bei den Grünen wie auch bei den Atomkraftgegnern stoßen diese Transporte auf heftigen Widerspruch.
Stephanie Nabinger, die atompolitische Sprecherin der rheinland-pfälzischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist, fordert ein Ende dieses Atomtransits.
Sie verlangt, dass Rheinland-Pfalz sich dafür einsetzt, dass die Durchfahrt dieser Züge endet.
Dabei verweist Nabinger auf das Großherzogtum Luxemburg, das solche Transporte auf seinem Territorium sowohl auf der Schiene wie auch auf der Straße untersagt habe. "Dort werden Transporte radioaktiven Materials nicht genehmigt", betont sie und fügt hinzu: "Wir werden alles Politische unternehmen, damit diese Transittransporte mit Uran nicht mehr durch diese Region und unser Land rollen."
Auch Attac Koblenz kritisiert scharf die laufenden Uran-Transporte. "Mit jedem einzelnen Transport werden Bevölkerung und Umwelt unnötigen Gefahren ausgesetzt", warnt Gabriele Hoffmann von Attac Koblenz. Deutschland habe zwar den Atom ausstieg beschlossen, erweise sich aber als Transitland und Umschlagplatz für den internationalen Uranhandel, kritisiert sie. Die Transporte würden vor der Öffentlichkeit und den Behörden geheim gehalten, Katastrophenschutzpläne würden fehlen.
Darum würden Umweltschutzorganisationen schon seit Langem den Stopp der gefährlichen Atom-Transporte fordern, so Attac Koblenz.
Wie die Grünen-Abgeordnete Nabinger gegenüber der Rhein-Zeitung mitteilt, werden diese Uran-Transporte bald auch den rheinland-pfälzischen Landtag beschäftigen. "Nach der Sommerpause wird dies Thema in Mainz", betont sie.
In den vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass es offenbar schon seit Längerem regelmäßige Uran-Transporte entlang der Mosel gibt (der TV berichtete exklusiv).

 

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