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28.01.2017
Miguel Castro / Archiv volksfreund.de
Was ist der Bundestag?
Eine in geheimer, gleicher und unmittelbarer Wahl bestimmte Versammlung von Volksvertretern. Der Bundestag hat seinen Sitz in Berlin, im sogenannten Reichstagsgebäude im Zentrum der Hauptstadt.

Wann wird gewählt?
Am Sonntag, 24. September 2017. Die Wahllokale öffnen voraussichtlich von 8 bis 18 Uhr. Ein vorläufiges Endergebnis dürfte es noch am gleichen Abend geben - die Ergebnisse für ganz Deutschland und die Wahlkreise vor Ort präsentiert der Trierische Volksfreund in seinem Internetportal auf www.volksfreund.de/wahlen und in der Montagsausgabe.

Ich bin 16. Darf ich wählen? 
Leider nein. Den Bundestag dürfen nur deutsche Staatsbürger ab 18 Jahren wählen. Ausländer und Minderjährige sind also von der Wahl ausgeschlossen.

Wen wähle ich?
Die künftigen Abgeordneten des Bundestages, für einen Zeitraum von vier Jahren. Die letzte Wahl fand 2013 statt. Im Bundestag sind Abgeordnete der gleichen Partei in einer Fraktion zusammengeschlossen.  

Welche Aufgaben haben diese Abgeordneten?
Der Bundestag nimmt im politischen System Deutschlands eine überaus wichtige Rolle ein: Die Volksvertreter (offizielle Bezeichnung: Mitglied des Bundestages, MdB) diskutieren und beschließen Bundesgesetze, wählen den Bundeskanzler und kontrollieren die Regierungsarbeit. Außerdem müssen sie die geplanten Ausgaben von Regierung und Verwaltung prüfen und billigen.

Wie viele Abgeordnete umfasst der Bundestag? 
598 Volksvertreter, laut Gesetz. Es könnten aber aufgrund von Überhangmandaten aber auch mehr sein.

Wer von diesen 598 vertritt denn künftig meinen Ort in Berlin?
Wählen kann man nur diejenigen Kandidaten, die im eigenen Wahlkreis und auf der Landesliste einer Partei zur Wahl stehen. So gehört die Stadt Trier zum Beispiel zum Wahlkreis 203, die Gemeinde Irrel aber zum Wahlkreis 202, und die Einheitsgemeinde Morbach zum Wahlkreis 200. In jedem Wahlkreis kämpft eine Anzahl von Bewerbern um das Votum der Bürger. Der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen zieht das Los für Berlin - er oder sie stellt zusammen mit den anderen siegreichen Direktbewerbern exakt die Hälfte der Abgeordneten im künftigen Bundestag, nämlich 299.

Und die andere Hälfte ...?
... wird über die Landeslisten der Parteien in den Bundestag gewählt.

Ich kann also mehr als nur eine Stimme abgeben?
Jeder Wähler hat eine Erst- und eine Zweitstimme.

Welche Stimme ist wichtiger?
Die Zweitstimme. Sie regelt das Kräfteverhältnis im Bundestag. Wenn zum Beispiel Partei A 40 Prozent der Zweitstimmen erhält und die befreundete Partei B weitere 20 Prozent, haben A und B damit 60 Prozent der Sitze im Bundestag und somit eine Mehrheit für eine Regierungsbildung.

Gibt es keine Stimme für die Wahl des Bundeskanzlers? 
Auch wenn der Begriff des "Spitzenkandidaten" oder "Kanzlerkandidaten" dies im Wahlkampf suggerieren könnte: Es gibt in Deutschland keine Direktwahl des Bundeskanzlers. Parteien wollen mit den Begriffen signalisieren, welcher Politiker aus ihren Reihen für das Amt des Regierungschefs (oder ein wichtiges Ministeramt) infrage kommt. Gewinnt die Partei eines solchen "Kanzlerkandidaten" allein oder in einer Koalition eine Mehrheit im Bundestag, dürfte diesem Spitzenbewerber der Kanzlersessel so gut wie sicher sein.

Wenn ich gar nicht wählen will …?
…, kann man hierzu auch nicht gezwungen werden: Es gibt keine Wahlpflicht. 

Und wenn ich wählen will, am Wahltag aber keine Zeit habe?
Dann hilft die Briefwahl weiter. Allerdings müssen Briefwähler genaue Fristen einhalten, andernfalls wird ihre Stimme nicht gezählt. Details hierzu folgen noch.

Stimmzettel ausgefüllt, Lieblingskandidaten angekreuzt … reicht doch, um in den Bundestag einzuziehen, oder?
Nicht ganz. Jede politische Gruppierung, die über die Zweitstimme im Bundestag vertreten sein will, muss mindestens fünf Prozent der abgegebenen Wählerstimmen auf sich ziehen. Man sagt dazu auch "Fünfprozentklausel". 


Anmerkung: Dieser Artikel erschien erstmals zur Bundestagswahl 2013 und wird für die kommende Wahl im Herbst 2017 regelmäßig aktualisiert. Mehr demnächst hier. Die Erstversion und weitere Infos zur vergangenen Wahl 2013 finden Sie im volksfreund.de-Archiv.

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