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Gefährliche Engpässe in den Schlagadern

Breites Programm beim Gefäßtag 2017 am 9. November im Brüderkrankenhaus Trier

03.11.2017
Arterien sind Versorgungskanäle des Körpers, über sie gelangt nährstoffreiches und mit Sauerstoff angereichertes Blut zu den Organen. So dieses ungehindert fließen kann. Haben sich an Gefäßwänden jedoch Fette und Kalk eingelagert und Engstellen gebildet, wird der Blutfluss gestört und schlimmstenfalls völlig blockiert.
Bei Menschen mit einer verengten Halsschlagader – „Carotisstenose“ – liegt unter anderem ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall vor, warnt Professor Dr. med. Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation im Brüderkrankenhaus Trier. Ursache der Engstelle ist meist eine Gefäßverkalkung, die durch mehrere Faktoren bedingt sein kann: Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus erhöhen bekanntermaßen das Risiko. Oft nicht ernstgenommen werden allerdings Fettstoffwechselstörungen, die, wie Professor Dr. med. Stefan Weiner, Chefarzt der Inneren Medizin II berichtet, aktuell auch besser behandelt werden können.
Häufig verläuft eine Carotisstenose anfangs beschwerdefrei und wird erst bei einer Routineuntersuchung festgestellt. Zeigen sich bereits Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen, gilt es, keine Zeit zu verlieren. Dr. med. Christina Schneider, Oberärztin der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und Sektionsleiterin Gefäßchirurgie des Zentrums für Gefäßmedizin nennt Möglichkeiten, die Engstellen zu beseitigen und die Gefahr eines Verschlusses zu mindern. Ist eine Verengung weit fortgeschritten und reicht eine medikamentöse Therapie nicht mehr aus, ist eine OP der Halsschlagader Option erster Wahl. Hierbei werden das betroffene Gefäß geöffnet, die Kalkablagerungen lokal entfernt und so die Engstelle chirurgisch beseitigt.

 
Neben der gefäßchirurgischen Behandlung ist die interventionelle neuroradiologische Therapie ein gängiges Verfahren. Hierbei wird über einen Katheter unter angiographischer Kontrolle, sprich im Zuge einer radiologischen Darstellung der Blutgefäße, ein Metallgitterröhrchen („Carotisstent“) eingebracht. Mithilfe eines winzigen Ballons wird dieser im Bereich der Engstelle aufgedehnt, wodurch der ursprüngliche Durchmesser des Gefäßes wiederhergestellt werden kann, erklärt Privatdozent Dr. med. Tobias Henning, Oberarzt des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin. Welcher Behandlungsweg eingeschlagen wird, muss unter Abwägung verschiedener Faktoren entschieden werden. Hierbei profitieren die Patienten von der langjährigen Erfahrung des Brüderkrankenhauses im Bereich der Gefäßmedizin und davon, dass die Kompetenzen der Spezialabteilungen in einem von drei Fachgesellschaften zertifizierten Zentrum für Gefäßmedizin gebündelt werden.
 
Beim „Gefäßtag 2017“ am Donnerstag, 9. November, informieren Experten im Brüderkrankenhaus über Fettstoffwechselstörungen, Schlaganfall und die Behandlung von Engstellen und Verschlüssen in Hals- und Beinschlagadern. Die Vorträge beginnen um 16 Uhr, im Anschluss besteht Zeit für Fragen. Bereits ab 15.30 Uhr bietet das Patienten-Informationszentrum (PIZ) Workshops zum Thema Tabakentwöhnung an. Um 16.15 Uhr startet der erste von zwei Workshops „Gefäßsport unter Anleitung“ des Gesundheitsparks Trier.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.