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Gut beraten, wenn die Zukunft auf dem Spiel steht

(Trier) Sie helfen Flüchtlingen, sich im fremden Land in einem Wirrwarr aus Gesetzen zurechtzufinden: 30 junge Jura-Studierende haben in den vergangenen Monaten viel über Asyl- und Ausländerrecht gelernt und unterstützen ab April Flüchtlinge ehrenamtlich während des Asylverfahrens.
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Trier. Es gibt sie unter anderem in München, Leipzig, Regensburg und auch in Trier: Sogenannte Refugee Law Clinics (RLC). Dahinter verbergen sich Vereine, die sich zum Ziel gesetzt haben, Flüchtlingen kostenlos zu ihrem Recht zu verhelfen. Denn angekommen in dem fremden Land, müssen die schutzsuchenden Menschen sich in einem Dschungel aus Paragraphen zurechtfinden. Sprachbarrieren erschweren die Situation zusätzlich.
Der im Dezember 2014 gegründete Trierer Verein zählt laut Jana Schollmeier zurzeit exakt 151 Mitglieder. Die Studentin ist Mitglied des Vorstands und verantwortlich für das "Meine Hilfe zählt"-Projekt "Aufbau einer kostenlosen studentischen Rechtsberatung für Flüchtlinge".
Doch bevor die angehenden Juristen überhaupt beraten können, mussten sie sich erst einmal intensiv in das komplexe Asyl- und Ausländerrecht einarbeiten. "Denn es wird an der Uni Trier nicht gelehrt", sagt Schollmeier.
Und der Verein lege großen Wert darauf, dass die zukünftigen Berater fundierte Kenntnisse hätten, bevor sie den Flüchtlingen rechtlich zur Seite stehen.
Rund 30 Studierende haben neben ihrem Jurastudium viel Zeit investiert, das neugeschaffene zusätzliche Ausbildungsangebot zu nutzen und eine Abschlussklausur absolviert. Das Angebot war in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft an der Uni Trier mit einer Ringvorlesung vor gut einem Jahr gestartet (der TV berichtete). Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte die Schirmherrschaft über das Ausbildungsprogramm übernommen.
Im Verein gibt es immer etwas zu tun: Derzeit werden etwa Beratungsrichtlinien erarbeitet, die dann in der kommenden Vorstandssitzung beschlossen werden. "Die Beratung wird sich wohl auf Flüchtlinge konzentrieren, die vor der Anhörung beim Bundesamt stehen", sagt Schollmeiner. Sie rechnet damit, dass das ehrenamtliche Angebot sehr gut von den Flüchtlingen angenommen werde.
Im April, sollen die ersten Beratungen stattfinden. TV-Leser können das "Meine Hilfe zählt"-Projekt finanziell unterstützen. Die Anschaffung juristischer Lehrbücher, Kommentare und Handbücher kostet viel Geld. Honorare für erfahrene Volljuristen, die die Prüfungsarbeiten korrigieren, fallen an und die Internetseite (www.rlc-trier.de) muss umgestaltet werden. Fast ein Drittel der benötigten Spendensumme ist schon eingegangen, es fehlen noch 980 Euro.
TV-Leserinnen und -Leser können unter der Projektnummer 28759 spenden (siehe Extra).
Weitere Infos zu diesem und allen weiteren Meine-Hilfe-zählt-Projekten:
volksfreund.de/meinehilfe
 
Extra
Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten.

 


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