aktionen/respekt
Datum: 22. Januar 2017

Sieger im Monat Februar, Kategorie Einzelperson: Tobias Emig aus Trier

Podcast
Fotostrecke
Laudator Kurt Schergen

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Dieser Satz, sehr geehrte Damen und Herren, ist so etwas wie der Wahlspruch von Tobias Emig aus Trier. Er steht auch unter seinem Foto für die Trierer Plakataktion „Flüchtlinge willkommen“.

Bereits zum Jahresanfang 2015, noch bevor im Sommer Hundertausende Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hat sich Tobias Emig für Menschen eingesetzt, die wegen Krieg und Verfolgung ihre Heimat verlassen haben und nach Deutschland gekommen sind. 

Damals sind Freunde und Bekannte von ihm aktiv geworden. Tobias Emig schloss sich ihnen an, weil er die Not in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in der Dasbachstraße gesehen hat. Und weil er gemerkt hat, dass er helfen kann. 

Was Tobias Emig damals gestört hat: Die Hilfe lief oft unkoordiniert nebeneinander her. Und so war er dabei, als im August 2015 einige Freiwillige das Informationsnetzwerk Refugium für Hilfsbedürftige ins Leben riefen. Eine der ersten Aufgaben war es, in dieser „chaotischen“ Phase des starken Zuzugs von Flüchtlingen Hintergrundinformationen für die vielen Helfer bereitzustellen, Initiativen zu vernetzen, deren Angebote und Fähigkeiten der Freiwilligen effizient zu bündeln. 

Tobias Emig hat schnell festgestellt, dass es an Sprachkursen mangelt. Und so organisierte er welche. Er kümmerte sich um die Räume und Lehrer und besorgte Unterrichtsmaterial. Und er fragte bei Firmen um Spenden, um diese Kurse kostenfrei anbieten zu können. Und wenn Lehrer ausgefallen sind, sprang er auch schon mal selbst ein. 
Wobei die Schüler mehr lernten als nur die deutsche Sprache. Denn ihre Dozenten begleiteten sie auch zu Ämtern und Behörden und halfen ihnen, sich in Trier zurechtzufinden. 

Inzwischen sei sein Engagement im Bereich Sprachkurse nicht mehr gefragt, sagt Tobias Emig. Es gebe ausreichend Angebote von Ämtern und Institutionen. Allerdings begleitet er – genauso wie seine Mitstreiter der Gruppe Refugium – auch weiterhin Flüchtlingsfamilien. 

Er selbst engagiert sich nun wieder mehr in der Arbeit bei der Suchthilfe, in der der alleinerziehende Vater seit rund 10 Jahren aktiv ist, und bei der Tafel. 

Sehr geehrte Damen und Herren, Tobias Emig ist ein Mensch, der da ist, wenn er Not sieht und weiß, dass er mit seinen Mitteln helfen kann. Wir würden ihn gerne heute hier begrüßen, um ihm seinen Preis zu überreichen. Doch – für uns leider, für ihn verdient – ist er in dieser Woche im Urlaub.  Stellvertretend für ihn übernimmt Marc Kössling den Preis.


Kommentare via facebook



volksfreund.de Top Links