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Datum: 22. Januar 2017

Sieger im Monat Januar, Kategorie Einzelkandidaten: Barbara Scharfbillig aus Wittlich

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Laudator: Peter Reinhart

„Es reicht nicht, Gutes zu tun, man muss es auch gut tun.“ Unsere erste Monatssiegerin, sehr geehrte Damen und Herren, hat einen hohen Anspruch an sich selbst. Seit 2007 engagiert sich Barbara Scharfbillig aus Wittlich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Omaheke-Region im Osten Namibias. „Omaheke“, das bedeutet in der Sprache der Einheimischen „sandige Flur“. Denn das Gebiet liegt in der Dornstrauchsavanne Kalahari. 

Wie sie dazu kommt? Bereits im Jahr 1999 war Barbara Scharfbillig als Austauschschülerin in Namibia und lebte drei Monate in der Hauptstadt Windhoek. Nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester zog es sie erneut nach Afrika. 2006 tourte sie ein Jahr lang mit dem Rucksack von Nairobi bis Kapstadt. Dabei strandete sie in der Kalahariwüste in dem kleinen Wüstendorf Tsjaka. Dort absolvierte sie als Schulkrankenschwester ein Praktikum an der Mphe Thuto Primary School. Weil die Schulleiterin sie am Ende des Aufenthalts fragte, ob sie noch weitere Freiwillige kenne, machte sich Barbara Scharfbillig auf die Suche. Sie fand Gleichgesinnte, mit denen sie im Jahr 2008 den Verein Suni gründete. 
Dieser organisiert gemeinsam mit namibischen Ehrenamtlichen ein Freiwilligenprogramm mit fünf Partnerschulen und einer Kinderbetreuungseinrichtung für 500 Kinder in der Omaheke-Region. 

Mehr als 80 Freiwillige hat der Verein bereits vermittelt. Diese sind meist Lehramtsstudenten, die nach entsprechender Vorbereitung für drei bis neun Monate nach Afrika reisen. Sie unterrichten an einer der Schulen und bilden dort Lehrer weiter. Inzwischen liegt das Hauptaugenmerk des Vereins auf der Förderpädagogik. Der Verein fördert die Partnerschulen auch finanziell, etwa durch den Bau von Toiletten oder Küchen. 

Zusammen mit Künstlern aus Rheinland-Pfalz initiierte Barbara Scharfbillig das Kunstprogramm „Kunst für Bildung“. Und sie studierte Afrikanistik und Erziehungswissenschaften, um fachkundig helfen zu können. 

Afrika lässt Barbara Scharfbillig nicht los: An der Universität Köln war sie von 2013 bis 2015 in einem Namibia-Projekt tätig. Heute arbeitet sie zusätzlich im Vorstand der Deutsch-Namibischen Gesellschaft.

Wenn Sie sich nun fragen, was Suni bedeutet: Namensgeberin für den Verein ist die im südlichen und östlichen Afrika lebende Suni-Antilope. Die Tiere sind klein, sehr flink und finden immer einen Weg, ihren Feinden zu entkommen. Klein, reaktionsschnell und zielstrebig – genau wie der Verein und wie seine Gründerin Barbara Scharfbillig. Für ihr soziales Engagement in Namibia wurde sie von der Filippas-Engel-Stiftung mit dem Ehren- und Förderpreis für junge Europäer ausgezeichnet. Begrüßen Sie mit mir die Respektsiegerin im Januar.


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