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Datum: 29. Juni 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Webtipps
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Dein Weg - die amerikanische Variante des Pilgerns

(PR) Mögen die Deutschen vielleicht mittlerweile Jakobsweg-gesättigt von Harpe Kerkelings Beststeller sein, hat das amerikanische Kino die Pilgerreise nun für sich entdeckt – und eine sensibel erzählte Geschichte um den Tod eines Familienmitglieds mit dem Weg verschmolzen.

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Es geht um den Augenarzt Tom, der in Frankreich die Asche seines Sohnes abholen muss. Sein Sohn ist bei einem Sturm auf seiner Jakobsweg-Pilgerreise ums Leben gekommen, und der sonst so gradlinige und pflichtbewusste Tom entschließt sich, den Weg mit dem Rucksack seines Sohnes selbst zu laufen, um diesem näher zu sein und seinen Tod zu verstehen. Dabei trifft Tom, ganz wie auf der realen Pilgerreise üblich, auf einen Haufen skurriler Charaktere, die alle ihre eigene Motivation für die Wanderung mitbringen.

Nicht nur die Erzählung des Filmes hat ein intimes Thema, auch hinter der Produktion steckt eine enge Familienkonstellation: Der Regisseur Emilio Estevez, als Darsteller aus Breakfast Club und Mission:Impossible bekannt, ist selbst der Vater seines Hauptdarstellers Martin Sheen. Außerdem sind die beiden selbst gemeinsam vor Jahren den Jakobsweg gepilgert – da liegt die fiktionale Aufarbeitung der Erfahrungen nahe.

Und diesen persönlichen Hintergrund merkt man dem Film auch an. Er taucht Reise und Landschaft nicht in idyllisches Licht, sondern hat den Anspruch, echte Geschichten von echten Pilgern zu erzählen. Dass alle Lebensgeschichten sich um Schuld und Familie drehen, sorgt dafür, dass der Film thematisch nicht ausufert. Und selbst wenn Toms Trauer nicht immer im Vordergrund steht, schwingt sie doch den ganzen Film hindurch als Grundstimmung mit.

Trotzdem driftet der Film nicht ins Pathetische ab, sondern besitzt einen gewissen Zynismus und durchaus komische Szenen. Das schwierige Thema, die „Läuterung“ des Pilgerns mit der Verarbeitung des Todes eines Familienmitgliedes zu kombinieren, gelingt Estevez damit gut. Leider sind die Nebenrollen nicht sehr ausgefeilt, sondern wirken oft wie schmückendes Beiwerk für den leidenden Vater. Dennoch ist Dein Weg definitiv sehenswert – auch für Nichtkatholiken und Nichtpilgerer.

Dein Weg läuft ab diesem Donnerstag im Kino. Mehr zum Film inklusive des Trailers und weitere Trailer von Filmen, die nächste Woche im Kino anlaufen, gibt es hier.




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