60 Ärzte fehlen: Medizinermangel in der Region verschärft sich

60 Ärzte fehlen: Medizinermangel in der Region verschärft sich

Die ärztliche Versorgung in der Region wird schwieriger. Insgesamt fehlen derzeit 60 Ärzte. Das geht aus Zahlen hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Demnach sind allein in Eifel über 20 Arztsitze frei.

Ärzte dringend gesucht: 38 zusätzliche Hausärzte ein Augenarzt, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt und drei Psychotherapeuten hätten sich bislang zu den rund 700 niedergelassenen Medizinern in der Region niederlassen können. So viele sogenannte Arztsitze waren bisher frei gewesen. Seit Anfang Juli hat sich die Zahl der offenen Stellen weiter erhöht. Die für die Zulassung der niedergelassenen Ärzte zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz bei der Bedarfsplanung den sogenannten Demografie- Faktor eingeführt. Die Bedarfsplanung bestimmt, wie viele Ärzte sich in einem bestimmten Gebiet niederlassen dürfen. Mit dem Demografiefaktor wird bei der Planung erstmals der zunehmende Anteil älterer Patienten berücksichtigt. Landesweit sind dadurch 130 weitere Arztsitze geschaffen worden, teilt die KV mit. Für die Region heißt das, zu den bislang 43 offenen Arztsitzen, für die bislang kein Mediziner gefunden worden ist, kommen noch 15 hinzu. Vor allem bei den Hausärzten wurden zusätzliche Stellen geschaffen. Bislang waren 38 Hausarztsitze unbesetzt, davon drei im Vulkaneifelkreis, zwölf im Eifelkreis Bitburg-Prüm, elf in Bernkastel-Wittlich und 22 in Trier und Trier-Saarburg. In der Eifel dürfen sich von nun an noch acht zusätzliche Hausärzte und ein Augenarzt niederlassen, in Bernkastel-Wittlich sechs Hausärzte und ein Hals- Nasen-Ohren-Arzt. In Trier greift der Demografiefaktor nicht, dort liegt der Anteil der älteren Patienten nicht über dem Durchschnitt, es sollen dort keine zusätzlichen Arztstellen geschaffen werden. Burkhard Zwerenz, Hausarzt aus Prüm und Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes bezweifelt die Erfolgsaussichten der Planung. Bereits ohne Demografiefaktor hätten offene Arztsitze nicht besetzt werden können. "Die neue Planung bringt nichts", sagt Zwerenz.