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Bergischer HC
Gunnarsson beseitigt die letzten Zweifel

Solingen. Der Bergische HC stand lange Zeit gegen die DJK Rimpar Wölfe unter Druck. In Unterzahl ebnete der Tabellenführer den Weg zum 28:26-Sieg. Jürgen König

Handball-Zweitligist Bergischer HC stand lange Zeit gegen die DJK Rimpar Wölfe unter Druck. Am Ende gelang dem Tabellenführer ein 28:26-Sieg.

Auch in Island ist Ostern ein Familienfest, bei dem gut gegessen wird. Am späteren Samstagabend freute sich Arnor Gunnarsson schon auf das Lamm-Mahl am Sonntag - der Rechtsaußen des Bergischen HC hatte sich leckere Speisen auch redlich verdient. Beim 30-Jährigen lief es zu Beginn gegen eine starke DJK Rimpar überhaupt nicht rund, in der entscheidenden Phase war auf den zweitbesten Torschützen der 2. Handball-Bundesliga indes einmal mehr Verlass. Zwei Siebenmeter fanden den Weg ins Tor, der letzte zum entscheidenden 28:26 (12:13)-Sieg. "Es war ein schweres Spiel. Da bin ich natürlich glücklich, der Mannschaft geholfen zu haben", sprach Gunnarsson von einem schweren Strafwurf gegen einen guten Keeper.

Dessen Name: Max Brustmann (35), im BHC-Programmheft "Löwenherz" nebst sieben Zweitliga-Torhüterkollegen als "Die Besten zwischen den Pfosten" porträtiert. Der Routinier gehörte in der seit Mitte Dezember wieder bespielten Unihalle zu den Protagonisten der Anfangsphase. Es gab nicht viele Löwen-Spieler, die nicht an Brustmann scheiterten. Und da Kapitän Kristian Nippes, Kreisläufer Max Darj & Co. auch sonst etliche fehlerhafte Aktionen unterliefen, kamen die ständigen Führungen der Gäste aus Würzburg keiner Überraschung gleich.

Acht klare Torchancen vergeben, sechs technische Fehler – diese Werte der ersten Hälfte hat der Tabellenführer der Zweiten Liga sonst in einem gesamten Spiel nicht. "Unsere 5:1-Deckung hat sehr gut gepasst, aber wir belohnen uns dafür nicht", haderte Sebastian Hinze insbesondere mit den ersten zehn Minuten. Fehlwürfe, falsche Sperre, Übertreten am Kreis, Abspielfehler - die Liste der Mängel in der Offensive war beträchtlich.

Und die gute Nachricht des ersten Durchgangs war die, dass die Hausherren stets in Schlagdistanz geblieben sind. Weil die Abwehr stand, und weil Bastian Rutschmann lange Zeit auf Brustmanns Niveau agierte. Der frühere Göppinger parierte einen Siebenmeter und traf auch selbst ins verwaiste Tor bei einem Rimparer Unterzahlspiel ohne Keeper. Das gleiche Kunststück gelang ihm nach exakt 40 Minuten – zum 19:18, der ersten Führung nach langer Zeit.

Der Bann war damit aber nicht gebrochen, der Tabellenfünfte konterte eiskalt zum 23:21. Es kam die Zeit der zuvor hinten zu zahmen Löwen. Mit einem für Rutschmann eingewechselten und prächtig haltenden Christopher Rudeck. Mit einer Halle, die nun enthusiastisch hinter der eigenen Mannschaft stand. Und mit einem abgebrühten Arnor Gunnarsson, der das Happy End an Ostern herbeiführte.

"Ich bin nicht durchweg zufrieden, aber extrem glücklich", fasste Sebastian Hinze das Geschehen zusammen und freute sich, dass sein Team cool geblieben war. Sein Gegenüber Mattias Obinger sah derweil trotz Kritik an den Schiedsrichtern den Grund fürs Scheitern in seinen Reihen, ließ man – bei aller Zufriedenheit mit dem Auftritt insgesamt – doch in der entscheidenden Phase gute Chancen aus. Und Bastian Rutschmann lobte Rudeck, der ganz wichtige Sachen gehalten habe.

Dass Bastian Rutschmann selbst gleich zwei Tore erzielte, gehörte zu den Besonderheiten eines spannenden Abends. "Wir hatten uns vor dem Spiel noch darüber unterhalten, dass sich mir zuvor nicht die Gelegenheit geboten hatte", sagte der erfahrene Keeper, der von Technischen Fehlern der Gäste profitierte, aus denen sich die Wurfchancen aufs leere Tor ergaben. "Natürlich ist es immer ein Risiko, aber ich habe mich bei den beiden Versuchen total sicher gefühlt", so Rutschmann, der mit der klaren Erwartung aus der Ersten in die Zweiten Liga gewechselt war, sich alsbald wieder mit den besten Clubs Deutschlands zu messen. Die Zweifel an der Umsetzung sind seit Rimpar erneut geringer.