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Demonstrationen für Frieden und Abrüstung
Ostermärsche starten in NRW

Ein Luftballon mit einer Friedenstaube ist während des Ostermarsches Rhein-Ruhr 2017 bei einer Frau am Rucksack befestigt.
Ein Luftballon mit einer Friedenstaube ist während des Ostermarsches Rhein-Ruhr 2017 bei einer Frau am Rucksack befestigt.
Exklusiv | Duisburg/Düsseldorf. Kriege im Nahen Osten und zunehmende Spannungen zwischen Russland und der Nato - viele Menschen sorgen sich um den Frieden. Die traditionellen Oster-Friedensmärsche könnten in diesem Jahr wieder stärkeren Zulauf bekommen.

Vor dem Hintergrund gewachsener Kriegsgefahr in aller Welt demonstrieren Aktivisten in ganz Nordrhein-Westfalen über Ostern wieder für Frieden und Abrüstung. Die traditionellen Ostermärsche beginnen Ostersamstag landesweit in zahlreichen Städten - unter anderem in Duisburg mit dem "Rhein-Ruhr-Marsch" unter dem Motto "Abrüsten statt aufrüsten - Atomwaffen abschaffen - Friedenspolitik statt Konfrontation". Zuvor hatte es am Karfreitag bereits einen Protestmarsch in Gronau gegeben, dem Standort der einzigen kommerziellen Urananreicherungsanlage in Deutschland.

Der Rhein-Ruhr-Protest-Marsch am Samstag wird nach dem Start in Duisburg und einem Zugtransfer Samstagmittag in Düsseldorf fortgesetzt, Sonntag und Montag folgen Termine in Essen, Bochum, Werne und Dortmund. Insgesamt würden allein zum Rhein-Ruhr-Marsch zwei- bis zweieinhalbtausend Menschen erwartet, sagte der Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK), Joachim Schramm.

"Keine Nostalgikertreffen"

"Das sind keine Nostalgikertreffen - die Welt steht wieder am Abgrund", sagte Schramm. Vor allem der Ost-West-Konflikt sei zurückgekehrt. Das Thema Abrüstung steht auch beim Ostermarsch Ostwestfalen-Lippe im Vordergrund, der Karsamstag in Bielefeld startet. Weitere Friedensmärsche gibt es in Gummersbach, Neuss, Siegburg, Münster und Köln.

Ziel der Ostermärsche ist es auch, gegen eine in Berlin diskutierte deutliche Erhöhung der Rüstungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu protestieren. "Das würde Milliarden kosten, die für Arbeit und Soziales fehlen", sagte Schramm. Bundesweit gibt es über 100 angekündigte Ostermarsch-Aktionen, das Netzwerk Friedenskooperative rechnet deutschlandweit mit 50.000 bis 60.000 Teilnehmern.

(lsa/lnw)