Düsseldorf
Viele Gäste besuchen die "Kermes"

Auf der Kermes: Dirk Sauerborn (M.) mit den Gemeindevorständen Ahmet Inci und Sadettin Bilkay
Auf der Kermes: Dirk Sauerborn (M.) mit den Gemeindevorständen Ahmet Inci und Sadettin Bilkay
Exklusiv | Düsseldorf. Bei dem ruhigen Fest traf die Kritik von CDU-Ratsleuten auf wenig Verständnis. Jörg Janssen

Leckereien vom Grill, eine große Theke mit süßen Sachen und guter Tee: Mehrere hundert Gäste kamen gestern über den Tag verteilt zum "Kermes" genannten Fest der türkisch-islamischen Gemeinde in Eller. Eine Veranstaltung ohne Musik, Tanz oder Karussells. Ein paar mehr Besucher als in den 15 Jahren zuvor waren es wohl. Denn das Familienfest war durch harsche Kritik ("Islam-Kirmes") der CDU-Ratsleute Christian Rütz und Dagmar von Dahlen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Zur Überraschung der Gemeinde ("Kirchen, Ordnungsbehörden und Nachbarn haben nie etwas dagegen gehabt") hatten die beiden Politiker der Moschee-Gemeinde unter anderem "mangelnden Respekt vor den kulturellen Gebräuchen in Deutschland und zu wenig Bemühen um Achtung der christlichen Tradition" vorgeworfen. Bei denen, die das Gemeindefest gestern besuchten, traf diese Tonart auf Unverständnis. "Vollkommen unangebracht", fand Birgit Kuhlmeier die Vorwürfe. Und einer ihrer Begleiter, der dem Kulturkreis im Bezirk angehört, kündigte an: "Sollten die beiden am Karsamstag zur Ostereiersuche kommen, werden wir sie auf ihre Motive ansprechen." - "Vollkommen unproblematisch" findet auch Dirk Sauerborn das Fest. Der Kontaktbeamte der Düsseldorfer Polizei für muslimische Institutionen war privat gekommen - geradewegs aus dem von ihm zuvor besuchten Karfreitagsgottesdienst.

Auch Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen (CDU) distanziert sich von der Mitteilung der Parteifreunde. "Ich bin froh, dass sich die Moschee so öffnet", sagt van Leyen, der die "Kermes" genauso gerne besucht wie die "offene Moschee" am Tag der Deutschen Einheit.