| 00:00 Uhr

Weeze
Wie der Phoenix aus der Asche

Exklusiv | Weeze. Patrick Aspell ist Musiker und produziert Rap-Songs. Gerade hat er eine neue Single veröffentlicht. Die Musik hilft ihm dabei, mit seiner Krankheit zu leben. Der 22-jährige Weezer leidet an der seltenen Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Sebastian Latzel

Auf die Frage nach seinem größten Wunsch für die Zukunft überlegt Patrick Aspell nicht lange. "Ich hoffe, darauf, dass es vielleicht in fünf Jahren eine Therapie gibt, die es uns möglich macht, mit Mukoviszidose ein normales Leben zu führen." Denn auch wenn Musik die Nummer eins im Leben des jungen Weezers ist, ist klar, dass der Kampf gegen seine Krankheit immer im Fokus steht. Der 22-Jährige leidet am Mukoviszidose, einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die durch den Zusatz "unheilbar" den Ernst der Lage deutlich macht. Nur 8000 Erkrankte gibt es in Deutschland. Mit der Diagnose lebt der 22-Jährige seit vielen Jahren. Die Musik hilft ihm dabei, die Krankheit zumindest zeitweise zu vergessen. Pascal Aspell schreibt Rapsongs, produziert die Tracks und hat gerade seine neue Single "Ich bin Ich" herausgebracht. Wird er darauf angesprochen, sprudelt es aus dem jungen Musiker nur so heraus. Gleich mehrere Projekte seien momentan in Arbeit. Gerade erst hat er mit den Filieri-Brüdern, die beim RTL-Supertalent abräumten, ein erfolgreiches Konzert gegeben. Mit Lino hat er ein Album produziert, auch mit Enrico plant er etwas. Hinzu kommt ein Projekt mit einem kurdischen Sänger. "Ja, da ist gerade eine Menge los", sagt er lachend.

Den Optimismus hat er nicht verloren, dabei hat er gerade noch erleben müssen, wie frustrierend es gerade sein kann, wenn ein Medikament gut anschlägt. Aspell hatte sich nämlich für eine Studie gemeldet und ein Präparat getestet. Sein Lungenwert, der nur bei 40 Prozent lag, hatte sich durch das Mittel auf 56 Prozent verbessert. Doch jetzt ist die Studie vorbei, damit auch die Therapie. "Bis das Mittel auf den Markt kommt, kann es zwei Jahre dauern", sagt der Musiker. Inzwischen ist sein Lungenwert ohne das Medikament wieder auf 46 Prozent gefallen. Doch auch von solchen Ereignissen lässt er sich nicht unterkriegen. Im Gegenteil. Er zieht das Positive daraus. "Mir zeigt das, dass die Wissenschaft Fortschritte macht." Vor zwei Jahren habe er ein Medikament bekommen, von dem er das Gefühl hat, dass es seine Krankheit stabilisiert. "Ich habe den Eindruck, da tut sich was", sagt er.

Und er hat ja die Musik, die seine Triebfeder im Leben ist. Nicht umsonst hat er sich Phoenix Beatz genannt. In Anspielung auf den Vogel, der aus der Asche wieder aufersteht, jemand, der trotz Krankheit nach vorne schaut.

Als Kind spielte er Blockflöte und Klavier, inzwischen ist der Computer sein "Instrument". Die Songs produziert er zuhause vor. Für die Aufnahmen geht es dann in ein professionelles Tonstudio.

Hinterher zu merken, dass jemand die Songs auch runterlädt und kauft, sei eine wunderbare Bestätigung für die Arbeit. Ziel ist, irgendwann mal von der Musik leben zu können. Auf dem Arbeitsmarkt wird es für ihn mit seiner Krankheit schwer. Er ist anfällig für Infektionen, da zögern Arbeitgeber, weil es immer mal wieder zu Fehlzeiten kommen kann. Im April beendet er seine Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement. Wie es danach weitergeht, ist offen. Aber der junge Musiker lässt sich nicht unterkriegen.. "Fest steht, dass ich auf jeden Fall weiter Songs machen werde." Und natürlich gegen die Krankheit kämpfen für das große Ziel, vielleicht doch mal ein ganz normales Leben führen zu können.