Metzdorfer Männer machen's möglich

Ursprünglich sollte es eine einmalige Aktion sein. Doch das gemeinsame Engagement für ihr Dorf macht einer Gruppe von älteren Metzdorfern so viel Spaß, dass sie inzwischen weitere Vorhaben angegangen sind.

 Sie packen kräftig an: Sieben Metzdorfer haben die Wege auf dem Friedhof in Ordnung gebracht. TV-Foto: Harald Jansen

Sie packen kräftig an: Sieben Metzdorfer haben die Wege auf dem Friedhof in Ordnung gebracht. TV-Foto: Harald Jansen

Foto: (h_tl )

Unten die Sauer, oben der steile Hang, der auf die Eifelhöhen führt. Langsurs nördlichster Ortsteil Metzdorf ist übersichtlich. Nicht mal 300 Menschen leben dort. Die Einwohner kennen sich untereinander. Und Karl Stadler kennt die Ecken, wo mal Hand angelegt werden müsste. Denn er ist seit 1996 Ortsvorsteher und hat die Idee für eine einmalige Aktion gehabt, die inzwischen zu einer festen Institution geworden ist.

"Die Wege auf dem Friedhof waren in einem schlechten Zustand", erinnert sich Stadler. Das war im Jahr 2012. Es sei richtiggehend gefährlich gewesen. Allein dieses Wissen schafft noch keine Abhilfe. Geld für eine Sanierung durch eine Firma war jedoch nicht da. So ist das in vielen Dörfern. Während in einigen Orten dieser Zustand nur beklagt wird, machen die Metzdorfer das Beste aus der Sache.

Denn der Ortsvorsteher greift zu einem altbewährten Mittel. Statt auf Hilfe von oben oder von außen zu warten, geht er das Problem an. Natürlich nicht allein. Stadler: "Ich habe die Rentner aus dem Ort angesprochen, ob wir das nicht in einer Gemeinschaftsaktion machen sollen." Einige sagen zu, andere sagen ab. "Keine Lust, keine Zeit", bekommt der Ortsvorsteher ein paar Mal zu hören. Doch am Ende sind es rund ein Dutzend Männer der Generation Metzdorf.60.plus, die zur Tat schreiten. Und weil das gut klappt, wird die Friedhofskapelle gleich mitangestrichen.

Irgendwie scheint diese Aktion Männern wie Walter Wambach, Franz Schaaf oder Peter Melchior gefallen zu haben. Denn die Herrenriege beschließt, einfach weiterzumachen. Arbeit gibt es schließlich genug. "Wir treffen uns einmal im Monat und sprechen über neue Arbeiten", sagt Robert Kohns.

Die Runde der aktiven Metzdorfer ist inzwischen weiter angewachsen. Zwischen 60 und 80 Jahre alt sind die Mitglieder der Runde, von denen jeder so gut hilft, wie er kann. Und auch die Frauen werden inzwischen schon einmal eingeladen. Ein Teil der Frauen aus Metzdorf hat zudem ein eigenes Projekt, bei dem sie sich für die Allgemeinheit engagieren und den Küsterdienst übernehmen (siehe Extra). Da passt es hervorragend, dass nach einem Wasserschaden im Gotteshaus helfende Hände gefragt sind. Denn vor und nach den Malarbeiten muss die Kirche Sankt Nikolaus und Katharina aus- und später wieder eingeräumt werden. Es versteht sich fast schon von selbst, dass die rund ein Dutzend Männer der Generation Metzdorf.60.plus dies übernehmen.

Ihr neues Projekt verdanken die Aktiven dem Trierischen Volksfreund. Denn für einen Fototermin mit der Gruppe fehlt im ersten Moment der richtige Schauplatz, da es kein aktuelles Projekt gibt. Doch offensichtlich sind Metzdorfer Männer der Taten: "Eigentlich sollten unsere Gemeindearbeiter sich um den Kinderspielplatz kümmern", sagt Ortsvorsteher Stadler. Die hätten jedoch immer so viel zu tun. "Dann machen wir das eben selbst", sagt er.

Und schon werden die ersten Pläne geschmiedet. Im Herbst soll der Spielplatz hergerichtet sein. Danach wird dem rund ein Dutzend Männer der Generation Metzdorf.60.plus sicher schnell ein neues Projekt einfallen. Garantiert.Extra

Was die Männer können, können die Frauen schon lange. Ende 1989 übernahmen zehn Frauen den Küsterdienst in der Metzdorfer Kirche. Seitdem ist im Gotteshaus viel geschehen. Zweimal musste aufgrund von Wasserschäden ein Teil des Verputzes erneuert werden. Die Außenfassade wurde gestrichen, der Eingang rollstuhlgerecht umgebaut oder das Gebäude trockengelegt. Bei den Arbeiten 2013 haben auch die Männer der Generation Metzdorf.60.plus mitangepackt. Inzwischen besteht die aus einem Kegelclub entstandene Küstergemeinschaft aus vier Frauen. Weitere Mithelferinnen sind willkommen. har

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