Naturally 7 begeistern in Morbach ohne Instrumente, nur mit ihrem Gesang

Naturally 7 begeistern in Morbach ohne Instrumente, nur mit ihrem Gesang

Die New Yorker Band Naturally 7 ist mit ihrer Vox Max Tour in Europa unterwegs. Am Samstag war sie im Rahmen der 140-Jahr-Feier des Trierischen Volksfreunds zu Gast in Morbach und begeisterte in der Baldenauhalle.

Eine Bassgitarre, drei, manchmal auch vier Trompeten, ein Schlagzeug, ein Kontrabass, eine Querflöte, eine E-Gitarre, eine Geige, ein DJ-Pult, ein siebenköpfiger Chor, Reggae-Elemente, Rhythm and Blues, Gospel und zum Abschluss noch etwas Queen. Mit dieser Setliste kann man den Abend mit Naturally 7 in der Baldenauhalle in Morbach zusammenfassen. Klingt nach einer vollen Bühne, mit jeder Menge Instrumenten, Backgroundchor und klassischen Musikern an den Bühnenseiten.
Umso überraschter waren die 250 Zuschauer, als nur sieben Sänger auf die Bühne kamen. Einer setzt sich im Hintergrund in die Mitte, schwingt unsichtbare Sticks auf ein imaginäres Schlagzeug, und ein Trommelwirbel erklingt. Einer zupft die nicht existenten Saiten einer nicht existenten Bassgitarre und aus seinem Mund kommen die dumpfen, tiefen Töne eines Bass. Drei führen das Mikrofon an die Lippen und das Publikum hört Trompeten.
Vocal Play nennt sich das, was die Musiker vorführen. Anders als bei A Capella, imitiert man beim Vocal Play mit seiner Stimme nicht nur die Melodie, sondern auch die Instrumente.
Aus sieben Sängern kann so binnen Sekunden ein klassisches Orchester, ein Gospelchor oder auch eine Rock-Combo werden. Auf ihrer Vox Max Tour statteten Naturally 7 Morbach im Rahmen der 140-Jahr-Feier des Trierischen Volksfreunds einen Besuch ab und brachten Songs von ihrem neuen Album "Hidden in a Plain Sight" sowie bekannte Hits unter anderem von Coldplay, Boney M und Sting mit, die sie auf ihre ganz persönliche Weise coverten. Rhythm and Blues Anteile vermischten sich mit Reggae, mit elektronischen Beats, mit Rock und Hip Hop, den kraftvollen Stimmen und der außergewöhnlichen Performance und Bühnenpräsenz der Sieben.
Immer wieder brandete Jubel und Begeisterung unter den jungen wie den älteren Zuschauern auf. Spätestens bei "Englishman in New York" stand der ganze Saal auf seinen Beinen und sang mit. Und setzte sich auch bis zum Ende nicht wieder hin. Für das hatten sich die Sieben etwas ganz besonderes einfallen lassen. Mit dem Song "Galileo" beschworen sie den Geist einer anderen Band herauf, die es in dieser Form schon seit einigen Jahren nicht mehr gibt: Videoeinblendungen der Band Queen gaben einen neuen Ton an. Naturally 7 konnten sich die Rechte an dem unveröffentlichten Queen-Song "Galileo" sichern und machten ein Medley der größten Queenhits daraus. Die Band, die es sonst gewöhnt ist mit ihren Stimmen größere Hallen zu füllen, nutzte die kleine Baldenauhalle, um immer wieder von der Bühne zu kommen und die Nähe zum Publikum zu suchen. Zum Abschluss sangen sie ohne Mikrofon in den Reihen der Zuschauer. Um den Moment ginge es, erinnerte Sänger Roger Thomas, man sollte ihn genießen und sich bewusst machen, dass man ihn nur einmal erleben kann. An die vielen Momente des Konzerts werden sich die Zuschauer der Baldenauhalle gewiss noch lange erinnern.Extra

Einheizer: die Jungs aus New York. TV-Foto: Christoph Strouvelle. Foto: Christoph Strouvelle

Naturally 7: Das sind die Brüder Roger und Warren Thomas, Rod Eldrigde mit dem der TV im Vorfeld ein Interview führte (erschienen am 28. April), Dwight Stewart und Garfield Buckley. Seit dieser Tour sind zwei neue Mitglieder dabei: Kelvin Mitchell und Ricky Lee Cort. Seit 1999 gibt es die Band. sbra

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