Rudi Thömmes liebt Fußball, Fischen und Familie

Rudi Thömmes liebt Fußball, Fischen und Familie

Publikumsliebling, Pokalheld und Schlitzohr: So kennen die Fußball-Fans der Region Rudi Thömmes spätestens seit der Saison 1997/98, als der mittlerweile 46-Jährige bundesweit Schlagzeilen machte. Doch wie sieht das Leben des einstigen "Fußballgotts" nach seiner Profi-Karriere abseits des heiligen Rasens aus?


Auf dem Platz ein ständiger Unruheherd, immer in Bewegung, technisch beschlagen, schlitzohrig auf die Chance lauernd, zum Torabschluss zu kommen - das charakterisierte den offensiven Mittelfeldspieler Rudi Thömmes zu seinen Profi-Zeiten.

Diese Ruhe- und Rastlosigkeit ist "Ruuudi", der wie kein anderer ehemaliger Eintracht-Fußballer für die glanzvollen Pokalerfolge in den 1990er Jahren (siehe Extra) steht, auch heute abseits des Fußballplatzes erhalten geblieben: "Ich muss etwas tun, sonst würde ich verrückt werden", sagt der 46-Jährige, der seit 2010 als Co-Trainer bei der Eintracht am Spielfeldrand steht.

Der Arbeitstag von Rudi Thömmes beginnt um 5.30 Uhr als Kurierfahrer bei der Firma Lepex. Bis 13 Uhr stellt der gelernte Dreher und Maschinenbauer Pakete zu. Nach einer kurzen Pause folgt am Nachmittag das Training der Eintracht, von dem er gegen 20 Uhr nach Hause kommt. Zweimal pro Woche wird es deutlich später - wenn er als Spielertrainer das Training bei seinem Heimatverein Ehrang II leitet. "Das ist wichtig für mich, ich will mich noch ein bisschen bewegen. Zudem spielen meine Brüder Harald und Frank mit mir in einer Mannschaft", freut sich Thömmes über den Wohlfühlfaktor Familiennähe.

Dass die Verbundenheit zu seiner Familie und zu seiner Heimat nicht aufgesetzt ist, sondern gelebt wird, verdeutlicht folgende Aussage der Pokal-Legende: "Ich lege sehr viel Wert auf die Familie. Ich habe deshalb das eine oder andere nicht gemacht, was ich aber nicht bereue." Seine Eltern wohnen im gleichen Haus wie er, sein Bruder Harald nur 100 Meter entfernt, der andere Bruder Frank in Pfalzel - ideale Voraussetzungen für Rudi Thömmes, um sich wohlfühlen zu können.

Es ist ja nicht so, dass es der Ehranger nicht anderenorts versucht hätte. Als zweifacher deutscher Amateurmeister 1988 und 1989 wechselte er damals in die zweite Liga zum SV Darmstadt 98. "Trainer Eckhard Krautzun hat mich geholt, doch der war schon weg, als ich kam. Zudem war ich gleich drei Monate verletzt. Allein in einer neuen Stadt - da habe ich mich nicht so wohlgefühlt, ganz im Gegensatz zu meiner Frau. Die hat im Team des Weltmeister-Friseurs gearbeitet und fühlte sich pudelwohl", erzählt Thömmes.

Nach nur einer Saison bei den "Lilien" kehrte Rudi zurück in die Heimatregion - allerdings nicht zur Eintracht, "die mir ein lächerliches Angebot gemacht hatte", sondern zum FSV Salmrohr, wohin ihn Paul Linz lockte. Im Salmtal spielte er bis 1997, bevor ihn sein Weg aufgrund der Kooperation des FSV mit Eintracht Trier wieder zurück nach Trier führte.

Mit der Eintracht spielte und schoss er sich in der Saison 1997/98 gleich ins Pokal-Halbfinale und damit ins nationale Rampenlicht: "Ich hatte als hängende Spitze eine Superposition und war immer torgefährlich. Es hat einfach alles gepasst, Karl-Heinz Emig hatte ein gutes Team geformt."

Noch mehr als die Pokalerfolge bedeutet ihn allerdings der Zweitliga-Aufstieg 2002. "Der Pokal ist zwar schön, aber der Aufstieg war für mich die Krönung. Die Aufstiegsfeier vor der Porta war mein emotionalstes Erlebnis in meiner Karriere", erinnert sich Thömmes.

Abseits des grünen Rasens entspannt er sich heute wie damals beim Angeln an der Mosel oder auch mal an einem Forellenweiher. "Ich bin leidenschaftlicher Angler, da kann ich am besten entspannen und stundenlang sitzen. Das ist mein Ausgleich für das hektische normale Leben", erzählt Thömmes.

Gelernt hat er das Angeln von seinem Vater Harald, der ihn als aktiver Spieler in Euren auch bei seinen fußballerischen Anfängen begleitete. Heute angelt der "rastlose Rudi" selbst, manchmal mit seinen Söhnen Maurice (13) und Dominik (19) - Letzterer steht als Torhüter auch im Eintracht-Kader. Da schließt sich der Kreis: Fußball, Fischen und Familie gehören für Rudi einfach zusammen.

Extra Zur Person

Rudi Thömmes wurde am 17. Dezember 1968 in Trier geboren. Er lebt in Pfalzel, ist verheiratet mit seiner Frau Kathrin und hat zwei Söhne (Dominik, 19 Jahre, und Maurice, 13 Jahre). Wichtigste Stationen als Spieler: 1988/89 Eintracht Trier, 1989/90 Darmstadt 98, 1990 - 1997 FSV Salmrohr, 1997 - 2004 Eintracht Trier. Seit 2010 ist er Co-Trainer von Eintracht Trier. fanSportliche Erfolge

Seine größten Erfolge hat Rudi Thömmes (46) im DFB-Pokal gefeiert. Als Trierer Pokalschreck traf er in der Saison 1997/98 in der zweiten Runde beim 1:0-Erfolg gegen Uefa-Pokal-Sieger FC Schalke 04 und im Achtelfinale beim 2:1-Sieg gegen den Champions-League-Gewinner Borussia Dortmund. 1999 erzielte er in der zweiten Runde beide Treffer beim 2:1-Erfolg gegen Bundesligist TSV 1860 München. Rudi Thömmes schoss Eintracht Trier zudem am 11. Mai 2002 in die 2. Bundesliga: Bei der TSG Hoffenheim erzielte er den 2:1-Siegtreffer. Gleich zu Beginn seiner Karriere feierte er als 20-Jähriger in der Saison 1988/89 mit Eintracht Trier den Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft. fan