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Willkommen im Wanderwunderland

Willkommen im Wanderwunderland

Bis 2003 gab es landesweit keinen einzigen zertifizierten Wanderweg. Inzwischen können sich Wanderer auf 4000 gut ausgeschilderten Kilometern austoben.

Ein beachtlicher Teil davon führt durch die Region Trier. Mal gleitet der Blick an Weinbergen entlang und folgt verträumt dem Schwung der nächsten Flussschleife, mal stürzt er in Schluchten, stolpert staunend über bizarre Felsformationen, erklimmt Vulkanhügel oder ruht auf dem weiten Horizont der Hochflächen.

Schön war die Region schon immer. Und schon immer haben Eifel, Mosel und Hunsrück mit ihren Burgen, Römerbauten und Fachwerkhäusern, mit ihren Weinen und deftigen Speisen Gäste angelockt. Doch noch nie konnten die so schön und so gut geführt wandern wie heute.

Was die wenigsten wissen - der Aufschwung des heimischen Wandertourismus ist mit einem Namen verbunden: Karin Hünerfauth-Brixius. Sie ist Projektmanagerin fürs Wandern bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Und wenn man sie fragt, wie es zu dem Boom kam, dann sagt sie schlicht "an mir" und lacht.

Vor 2003 gab es im ganzen Land keinen einzigen zertifizierten Wanderweg. Inzwischen sind 4000 Kilometer daraus geworden. Denn nachdem der Rheinsteig 2005 zum Renner wurde, schrieb Hünerfauth-Brixius einen Leitfaden, der vorsah, dass jede Urlaubsregion mit finanzieller Unterstützung des Landes einen eigenen Fernwanderweg (Steig) bekommen soll, der durch zertifizierte Rundtouren ergänzt wird.

Das heißt: wenig Asphalt, abwechslungsreiche Natur, Denkmäler, Gasthöfe und gute Beschilderung. Dieses Ziel ist inzwischen erreicht. Auch die Einheimischen profitieren nun von einer riesigen Auswahl an landschaftlich wie kulturell reizvollen Wanderrouten.

Besonders dicht ist das Angebot im Hunsrück, wo es rechts und links des 410 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steigs (eröffnet 2007, verlängert 2015) inzwischen satte 111 Traumschleifen gibt. Der 313 Kilometer lange Eifelsteig zwischen Aachen und Trier wurde 2009 eröffnet. Entlang der Strecke laden die Vulkaneifel-Pfade zu Rundwanderungen ein.

Auch in der Südeifel - im Naturwanderpark delux - sind in den vergangenen Jahren Premiumwege entstanden: neun deutsch-luxemburgische Rundwege und 14 Eifeltouren.

Die "Seitensprünge" des 365 Kilometer langen Moselsteigs (eröffnet 2014) werden zwischen Perl und Koblenz aktuell noch ausgebaut: Bis Ende 2015 soll es 17 geben. Flussabwärts locken nördlich der Mosel 26 Traumpfade. Und wer ins nahe Luxemburg fährt, kann zwischen spektakulären Felsen auf dem Mullerthal-Trail wandern.

Neben diesen vielen neuen Prädikatswanderwegen gibt es zahllose andere: den Jakobsweg, die traditionellen Strecken des Eifelvereins oder die vielen kommunalen Wanderwege, die die Region als engmaschiges Netz überspannen. Zum Teil werden auch diese aktuell erneuert und vermarktet - Beispiele finden sich im Naturpark Südeifel, der bereits 50 Rundtouren neu ausgeschildert hat oder im Ferienland Bernkastel-Kues, das mehr als 30 "Ferienlandwege" bietet.

"Sie leben in einer der Regionen, die sich deutschlandweit am stärksten dem Wandern gewidmet hat", sagt Liane Jordan vom Deutschen Wanderverband. In einem wahren Wanderwunderland.
Extra

Eine besondere Herausforderung: Wandern auf dem Erdener Klettersteig. Es gibt aber auch leichtere Touren. Foto: Ferienland Bernkastel-Kues Foto: Winfried Simon (sim), Christopher Arnoldi ("TV-Upload Simon"

In den Touristinfos der Region erhält man (oft kostenlos) Broschüren mit Karten, Höhenprofilen und Infos über Steig etappen, Traumschleifen, Eifeltouren & Co. Unter www.wanderwunder.info findet man einen Überblick über alle rheinland-pfälzischen Wanderregionen. Weitere Infos gibt es unter: www.saar-hunsrueck-steig.de (Steig und Traumschleifen), www.eifelsteig.de (Steig und Partnerwege, Vulkaneifel-Pfade), www.eifel.info/wanderwege-eifel.htm (Wanderwege in der Eifel), www.naturwanderpark.eu (Eifeltouren und deutsch-luxemburgische Touren), www.moselsteig.de (Steig und Seitensprünge), www.eifelverein.de und www.mullerthal-trail.lu