Arbeiten statt Lernen

TRIER/NEU DELHI. Mehr als 100 Millionen indische Kinder unter 15 Jahren müssen täglich viele Stunden schwere Arbeit verrichten, um die Schulden der Eltern abzuarbeiten. Deshalb haben sie keine Chance auf eine gute Ausbildung.

Viele indische Familien aus der sozialen Unterschicht sind Bauern und verdienen nur sehr wenig Geld. Fällt die Ernte einmal aus, müssen sie Kredite aufnehmen, für die sie zusätzlich sehr viele Zinsen zurückzahlen müssen. Die Schulden müssen sie dann in großen Fabriken oder auf Plantagen abarbeiten. Da Kinder in Indien für gleichen Dienst weniger verdienen als Erwachsene, möchten die Besitzer der Plantagen und Fabriken, dass die Kinder die Schulden abarbeiten. Allein in der Teppichindustrie arbeiten über 150 000 Kinder. So müssen viele Millionen indische Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ihre Familie ernähren. Dadurch haben sie jedoch keine Chance auf eine gute Ausbildung und somit bleibt ihnen der Weg aus der Armut verschlossen. Da die Kinder bei der Arbeit nur unzureichend vor Giftstoffen und Pestiziden geschützt werden, erkranken viele von ihnen und sterben an schweren Vergiftungen. Es gibt jedoch auch einige Arbeitgeber, die nur noch Erwachsene beschäftigen. Dadurch machen sie aber weniger Umsatz, da sie den Erwachsenen Arbeitern mehr Lohn zahlen müssen als den Kindern. Um die Kinderarbeit zu stoppen, gibt es ebenfalls Schutzorganisationen, die Produkte kennzeichnen, die nicht von Kindern hergestellt wurden. So sind zum Beispiel Teppiche, die nicht mit Kinderarbeit entstanden sind, meistens durch das Rugmark-Zeichen gekennzeichnet. Auch in den zahlreichen Weltläden erhält man nur Produkte, die nicht von Kindern fabriziert wurden. Durch den Kauf solcher Artikel kann man auch als Deutscher dazu beitragen, die Kinderarbeit zu stoppen und somit eine Schulausbildung zu ermöglichen. Auch in Pakistan, Nigeria, Mexiko, Bangladesch sowie anderen armen Ländern ist die Kinderarbeit sehr hoch. Miriam Jähne, Miriam Peters, Sarah Wollscheid, Klasse 8a des Angela-Merici-Gymnasiums Trier

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