Die Milch der Zukunft

THALFANG/TRIER. Das Unternehmen Erbeskopf Eifelperle EG mit dem Tochterunternehmen, der Hochwald Nahrungsmittelwerke GmbH, das sich bereits unter den Marktführern des deutschen Marktes befindet, wird auch weiterhin versuchen, sich am globalisierten Markt zu behaupten.

Die im Jahre 1932 gegründete Genossenschaft hat sich im Laufe der Jahre stetig vergrößert. Durch Fusionen der ursprünglich 100 Molkereien entstand ein Milchwerk, zu dem heute über 7800 Milchlieferanten gehören. Deutschlandweit hat sich das Unternehmen unter den Top drei positionieren können, und es gehört europaweit zu den 15 führenden Milchunternehmen. Doch wie werden sich die Hochwald Nahrungsmittelwerke weiterentwickeln, und welche Strategie verfolgen sie auf einem stark umkämpften Milchprodukte-Markt? Aufkäufe und Werksschließungen

Es ist Aufgabe des Unternehmens, die von bäuerlichen Anteilseignern gelieferte Rohmilch zu verarbeiten und zu vermarkten und gleichzeitig eine hohe Wertschöpfung zu erreichen, um den Produktabsatz und das Einkommen der Landwirte sicherzustellen. Hochwald hat sich deshalb vor allem auf Fusionen und die Übernahme anderer Marken konzentriert, um ihre Position auf dem nationalen und internationalen Milchmarkt beizubehalten und zu stärken. Heutzutage ist es aus finanzieller Hinsicht unmöglich, eine neue Marke in der Milchbranche zu etablieren. Aus diesem Grund tätigte Hochwald im Jahre 2003 eine große Investition, indem sie die Nestlé Milchfrischprodukt-Werke in Lüneburg und Weiding, welche die Marke "Bärenmarke" und "Lünebest" produzieren, aufkaufte. Im globalen Wettbewerb haben deutsche Milchwerke es schwer. Besonders zwischen Ozeanien und Westeuropa ist die Konkurrenz besonders ausgeprägt. Das liegt daran, dass es auf beiden Märkten eine Übersättigung gibt, die jedoch auf dem ozeanischen Markt mit 300 Prozent im Vergleich zum westeuropäischen mit 110 Prozent deutlich überwiegt. Problematisch ist, dass die Euro-Länder wegen des ungünstigen Euro-Kurses weniger wettbewerbsfähig als die Konkurrenten sind. So setzt man bei Hochwald auf breite Risikostreuung, Rationalisierung, Zukäufe weiterer Milchwerke und Produktinnovation. Dazu zählen auch die energiereichen kalten Kaffee-Getränke, "sozusagen das Red Bull unter den Milchgetränken", wie Dr. Karl-Heinz Engel, Hochwald-Hauptgeschäftsführer, betonte. Neben 13 Milchwerken an verschiedenen Standorten betreibt Hochwald in Meppen erfolgreich ein Würstchenkonservenwerk. Zur Zeit werden noch in jeweils drei Milchwerken H-Milch und Käse produziert. Gemäß der Unternehmensphilosophie "Ein Standort - Ein Produkt" führt das Unternehmen in der Zukunft Produktionen in Schwerpunktbetrieben zusammen. Damit sind Werksschließungen mit Arbeitsplatzabbau verbunden; dauerhaft sollen zehn Betriebsstätten zur Milchbe- und verarbeitung beibehalten werden. Allgemein zeigt sich, dass die Milchindustrie in einem starken Wandel begriffen ist. Laut einer Prognose wird es 2010 in Deutschland nur noch 40 Molkereien geben, laut einer anderen, so Engel, 30 europaweit. Egal, welcher Zahl man glauben mag, es wird deutlich, dass die Zeiten der kleinen Molkereien längst vorbei und die Global Player weiter auf dem Vormarsch sind. Zudem wird die Zahl der Milcherzeuger vermutlich von momentan 110 000 deutschlandweit auf etwa 50 000 absinken. Diese schlechten Prognosen werden in Zukunft viel Engagement der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fordern, damit die Hochwald Nahrungsmittelwerke GmbH ihre gute Position auf dem Weltmarkt halten kann. Sarah Blau, Susanne Merz, Christina Schon, Jens Lorscheider, Christian Alt, Johannes Leichtweiß, 11.Klasse,Max-Planck-Gymnasium Trier