Ein Vormittag beim gelben Riesen

Ein Vormittag beim gelben Riesen

Schüler des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums Wittlich erhalten dank des KLASSE!-Projekts die Chance, sich im Briefzentrum Trier über eine Ausbildung bei der Post zu informieren.

Trier/Wittlich Werner Etges ist ein alter Hase bei der Deutschen Post/DHL. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet er im Unternehmen - diese Erfahrung gibt er als Ausbilder an Jugendliche weiter. Etges hat seinen Sitz in Koblenz, ist aber auch für die Ausbildung im ehemaligen Regierungsbezirk Trier zuständig. Der Schwerpunkt liegt im Briefzentrum im Trierer Hafen, man kann seine Ausbildung aber auch heimatnah, zum Beispiel im Zustellstützpunkt in Wittlich, absolvieren.
Im Rahmen des KLASSE!-Projekt, dessen Partner die Deutsche Post/DHL seit vielen Jahren ist, besuchten Schüler aus Wittlich das Briefzentrum in Trier und erhielten von Werner Etges viele Informationen rund um den Beruf der Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (FKEP), der früher einmal Briefträger hieß. Die Jugendlichen kamen aus verschiedenen Kursen des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) in Wittlich, die meisten aus dem vom Europäischen Sozialfonds finanzierten Kurs "Fit für den Job".
Lehrer Josef Steffens, der die Schüler auf ihren künftigen Einstieg ins Berufsleben vorbereitet, hatte sich beim KLASSE!-Projekt beworben und die Reise ins Briefzentrum zum Ausbildungs-Infotag gewonnen. In Trier erfuhren seine Schüler, welchen Schulabschluss sie benötigen, welche unterschiedlichen Ausbildungsberufe es bei der Post auch in der Region gibt - vom Berufskraftfahrer über den Kaufmann für Büromanagement bis zur IT- oder Logistik-Fachkraft - und was die Post von ihren Azubis verlangt. "Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Freundlichkeit gegenüber unseren Kunden", sind für Etges entscheidende Kriterien.
Rund acht FKEP-Ausbildungsplätze gibt es jährlich in der Region Trier, mehr als 3300 Mitarbeiter gibt es im Bereich Trier/Koblenz alleine in der Briefzustellung. Berufsschule ist für die angehenden Zusteller in Koblenz, die Fahrtkosten erstattet die Post - und zahlt auch einen Mietzuschlag, wenn der Azubi wegen der Ausbildung umziehen muss. Während der zweijährigen Lehrzeit lernen die Auszubildenden die verschiedenen Zustellmethoden kennen - Brief und Paket, aber auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder motorisiert. "Die Chancen, übernommen zu werden, sind nach der Ausbildung sehr gut", betont Etges.
Nach der Präsentation, inklusive Filmen zu den einzelnen Berufen, führte der Ausbilder die Schüler durch das Briefzentrum in Trier, das dadurch aufgewertet wurde, dass es alle bundesweite Post für Luxemburg, Frankreich und Spanien entgegennimmt, verteilt und auch für die eingehenden Briefe aus diesen Ländern zuständig ist. Trier ist eines von bundesweit 82 Briefzentren. Die Mitarbeiter der einzelnen Zustellstützpunkte kommen morgens ihre Post abholen, die nachts in Trier ankam. Bis zum Abend wird dann die Post gesammelt, die von Trier aus nach Deutschland und die Welt adressiert ist.
Beim Rundgang konnten sich die ÜAZ-Schüler auch mit dem Azubi Frederik unterhalten, der ihnen aus seiner täglichen Arbeit berichtete. "Für unsere Schüler ist es wichtig, sich vor Ort über die verschiedenen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Deswegen ist es toll, dass die Post und das KLASSE!-Projekt uns diesen Tag ermöglicht haben", sagte Steffens zum Abschluss des Infotages. Sowohl er als auch Etges sind nun gespannt, ob sich einer der Teilnehmer für ein Praktikum oder eine Ausbildung beim "gelben Riesen" bewirbt.