Made in Germany

WITTLICH. Man zappt durch die Musikkanäle von MTV bis Viva, und es ist kaum zu fassen – das, was man hört, kann man sofort verstehen.

Immer seltener begegnet man den großen, reichen und schönen Stars von Übersee. Modern ist, was am Boden geblieben ist, ohne Glanz und Glamour, sondern mit Lederband und Jeans. Die Plattenfirmen interessieren sich nicht mehr nur für US-Rap-Importe und britische Bands, auch der Rock und Pop aus heimischer Produktion ist gefragt wie nie zuvor. Begonnen hat die Welle mit Bands wie den Toten Hosen, den Ärzten, den Fantastischen Vier und Nena. Sie brachten ihre Meinungen zur Weltsituation mit manchmal nicht jugendfreien Texten zum Ausdruck. Der Kampf zwischen Glamour und Gosse um Chartplätze war für den Zuhörer ein ständiges Hin und Her. Den Sieg errangen zwar die Stars aus Übersee, jedoch gerieten deutsche Künstler nie in Vergessenheit. Allerdings hatte die Musikbranche irgendwann genug von Castingmaschinerie und Möchtegernsängern. Sie löste Plattenverträge auf und beendeten so den kommerziellen Wahn. Bands wie "Wir sind Helden" und "Silbermond" brachten die deutsche Erfolgswelle wieder ins Rollen. Bereits im Jahr 2004 belegten sie zeitweise acht der zehn vorderen Chartplätze. Mit guten, sinnanzeigenden Texten ohne Kitsch und genügend Selbstbewusstsein bringen sie die deutschsprachige Musik wieder ganz nach oben. In ihren Texten zeigen sie ihre Anti-Kommerzhaltung gegenüber der Gesellschaft. Von der leisen Kellerband arbeiteten sie sich hoch bis zum deutschen Pop-Olymp. Der Erfolg ist nicht zu übersehen. Die diesjährige Echo-Verleihung wurde von deutschen Künstlern und ihrer Musik dominiert. Es ist bereits die Rede von einer "Neuen Neuen Deutschen Welle", die Deutschland im Sturm erobert und auch so schnell nicht wieder vorübergeht. Die Zukunft singt deutsch! Janine Wiesmann, Luisa Roth, Lisa Ferfers, Klasse 9a, Peter-Wust-Gymnasium Wittlich