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Rückkehr zur Normalität ist das Ziel der Torschänke

Exzellenzkurs : Rückkehr zur Normalität ist das Ziel

Simon Berhard und Kilian Rau, die neuen Betreiber des Restaurants Torschänke in Dudeldorf, berichten über ihre Erfahrungen zu Zeiten der Corona-Pandemie.

Zu Beginn des ersten Lockdowns ging das Dudeldorfer Traditionsrestaurant „Torschänke“ in neue Hände über. Simon Berhard und Kilian Rau übernahmen – und gaben nun den Exzellenzkursteilnehmern Einblicke in ihr Leben und in die Herausforderungen, die diese Übernahme mit sich brachte.

Die beiden Lebenspartner waren sich schon immer ihrer Berufung im Bereich Hotel und Gastronomie sicher. „Für mich war es ganz klar, dass ich da meine Ausbildung mache“, sagt Kilian Rau, der schon mit 14 Jahren sowohl im Nebenjob als auch im Praktikum Eindrücke gesammelt hat, die ihn zum Beruf des Hotelkaufmanns geführt haben.

Simon Berhard, der zunächst eine Ausbildung als Koch und dann als Hotelfachmann machte, schätzt „den Umgang mit den Gästen“. Ihre ähnlichen Werdegänge haben sie dann schlussendlich auch zusammengeführt. Nach einigen Besuchen in der Torschänke war ihnen klar, dass sie das Traditionshaus übernehmen möchten. Über ihre Bemühungen, die Traditionen fortzuführen, sind die ehemaligen Besitzer Petra und Josef Cillien sehr erfreut. Dennoch wollen Berhard und Rau auch ein paar Renovierungen in den Räumlichkeiten vornehmen.

Die Pandemie beeinflusst sie nicht nur jetzt, sondern stellte schon bei der Übernahme eine Herausforderung dar. Vier Tage vor der geplanten Neueröffnung am 20. März 2020 stellt sich durch den Beginn des Lockdowns für die Gastronomie bereits die Angst vor einer Insolvenz ein. „Dann ist man erstmal schon in ein Loch gefallen, weil einem echt die Perspektive gefehlt hat“, berichtet Rau. Doch eine Lösung kommt schnell durch Mitnahmegerichte, die sie wöchentlich ändern.

Hilfreich ist es auch, dass viele Stammgäste ihnen treu bleiben, wofür sie sehr dankbar sind. „Rückkehr zur Normalität, das ist das primäre Ziel für 2021“, erklärt Berhard, der auch an Feiertagen und Wochenenden im Restaurant tätig ist und dafür sorgt, dass die Gäste ihr Essen abholen können. Die beiden stört es nicht, zu ungewöhnlichen Zeiten zu arbeiten, ein normaler Arbeitsalltag erscheint für sie langweilig.

Neben der deutlich spürbaren Leidenschaft für die Gastronomie und ihre Arbeit begeistern sie sich für das Reisen. Auf die Frage, ob sie für ihr Hobby genug Zeit finden, antwortet Rau: „Wir arbeiten hier, um zu leben, aber leben nicht, um hier zu arbeiten.“ Deshalb nehmen sie sich unter normalen Umständen ein- bis zweimal im Jahr Zeit, um etwas Abwechslung zu finden. Die jungen Gastronomen lassen sich gerne von internationalen Speisen inspirieren. Doch gleichzeitig sind sich beide einig und nicken sich lächelnd zu: Am liebsten essen sie Gerichte „so, wie Oma sie kocht, zum Beispiel gefüllte Kartoffeln“.

Trotz der schwierigen Situation können sie ihre Ausgaben und Personalkosten decken; und die Gäste sind froh, dass die neuen Betreiber der Torschänke ein wenig Abwechslung in den kulinarischen Alltag bringen. Aber beide freuen sich bereits auf die Rückkehr zur Normalität, auf die Wiederbegrüßung der Stammgäste und Neukunden und auf „Menüabende“ in der Torschänke, „sobald dies wieder möglich ist“.

 Klara Junk, Isabell Ritz, Marie Assmann, Emelie Pint, Ina Mayers (St. Willibrord-Gymnasium), Tim Gillen, Yannik Rumann (Volksbank Eifel)