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Vom Fellmantel zum Business-Dresscode

Wenn man Günther Hegner, der sich als Prokurist bei der Volksbank Bitburg ums Personalmanagement kümmert, heute im perfekten Business-Outfit sieht, ist es schwer vorstellbar, dass er sich 1972 im Fellmantel und mit langen Haaren zur Ausbildung als Bankkaufmann bewarb.

Bitburg. Von seinen sechs Bewerbungen bekam Günther Hegner damals, obwohl er "nur" die mittlere Reife als Abschluss hatte, vier Zusagen. Er entschied sich aufgrund der guten Bezahlung für die Bankausbildung und folgte seinem Weg.

Hegner weiß selbst, dass ein solch einfacher Zugang heute kaum noch möglich ist. Nach 30 Jahren im Vertrieb und der Vertriebsassistenz ist er nun seit zwei Jahren für Personalfragen zuständig. Da sein Beruf Sensibilität und Diskretion voraussetzt, legt er großen Wert auf eine strikte Trennung von Beruflichem und Privatem. In seiner Freizeit macht er viel Sport und engagiert sich im sozialen Bereich. Neben der Begeisterung für die Basketballer der TBB Trier, denen er auch zu Auswärtsspielen folgt, hegt er eine Leidenschaft fürs Laufen und unterstützt jährlich den Oberweiser Volkslauf.

Hegners berufliche Tätigkeit im Finanzwesen setzt im Allgemeinen Sparsamkeit voraus, jedoch gibt er privat auch gerne mal "einen aus" und genießt das Leben. Er beschreibt sich selbst als "teamorientiert", ein Kriterium, auf das er auch bei Bewerbern und Mitarbeitern Wert legt.

Abiturienten, aber auch Schüler mit mittlerer Reife haben laut Hegner eine Chance bei der Volksbank Bitburg. Bewerbungsschreiben und Zeugnisse sind dabei die ersten Entscheidungskriterien. Im Eignungstest und den darauf folgenden Gruppen- und Einzelgesprächen müssen die Bewerber ihr Können unter Beweis stellen, wobei Offenheit und Freizeitgestaltung auch eine wichtige Rolle spielen.

Sichtlich stolz ist Günther Hegner darauf, dass die Volksbank Bitburg zum zweiten Mal für ihre Personalarbeit mit der Auszeichnung "Top-Job" bedacht wurde. Sie gehört damit zu den 100 besten mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Grund für diesen Erfolg ist aus Hegners Sicht die Arbeit in Teams, die eine angenehme Atmosphäre mit Freude und Spaß vermittelt. Zudem werden die Mitarbeiter besonders durch Sport- und Gesundheitsprogramme, Veranstaltungen und andere Aktionen wie die "Perspektivschmiede" motiviert. Das führt dazu, dass unter anderem die Kündigungsquote bei unterdurchschnittlichen drei bis vier Prozent liegt.

Auch die Tatsache, dass die Volksbank am Bundesentscheid "Beratungsoffensive 2010" teilnimmt, bestätigt nach Auffassung von Hegner die von seiner Bank angestrebte qualitative Marktführerschaft. Jedoch räumt er auch ein, dass nicht immer alles wie geplant verläuft. "Wo so viele Menschen zusammenarbeiten, passieren zwangsläufig auch schon einmal Fehler", sagt Hegner, der berichtet, dass manche Informationen nicht immer zeitgleich bei allen Mitarbeitern eingehen und hier und da zu Nachfragen führen.

Seine eigene berufliche Motivation lässt sich auf seinen Spaß an der Arbeit mit Menschen zurückführen. Dies spiegelt sich auch in der aktuellen Werbekampagne "Menschlich gut beraten" wider. Die Kampagne zeigt alle zwei Wochen Mitarbeiter der Volksbank in ihren Freizeitaktivitäten, wodurch Authentizität vermittelt werden soll. Hauptziel sei, so Hegner, eine Vertrauensbasis zwischen Kunden und Bankmitarbeitern zu schaffen. In den nächsten 20 Jahren sieht er die Aufgaben der Volksbank darin, sich der immer schnelllebigeren Zeit anzupassen und das Kundenvertrauen und die Kundenbindung zu stärken.

Die Banken dürften nicht mehr auf das Geld der Kunden warten, sondern müssten auf diese zugehen. Mit 25 Geschäftsstellen und einem vielseitigen Engagement in der Region hat die Volksbank Bitburg, die seit der Fusion 270 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 630 Millionen Euro hat, aus Sicht ihres Prokuristen den Grundstein für die Umsetzung dieses Zieles gelegt.