Bitterste Armut in Kroatien

Krieg und Flucht zeigen in Kroatien auch nachträglich ihr verheerendes Gesicht. Besonders alte und kranke Menschen sowie kinderreiche Familien leben und leiden in dem EU-Mitgliedstaat in bitterster Armut. TV-Leser können mithelfen, das Elend zu mindern.

Wittlich. "Die Freude der Menschen in Kroatien, wenn ein Sattelschlepper voller warmer Kleidung, mit Schuhen, Spielzeug, Möbeln, Decken und besonders auch Nahrungsmitteln ankommt, ist nicht in Worte zu fassen", sagt Katrin Bornmüller von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Wittlich. Denn jeder Sattelschlepper bringe die Hoffnung, dass Hunger gestillt werden kann, sich die Menschen gegen Kälte schützen und Kinder spielen können, damit sie die bitterste Armut für Minuten vergessen können.
Fotos von der grauenhaften Überschwemmung im Frühjahr dieses Jahres in Vinkovci, einem Ort an der kroatisch-serbischen Grenze, zeugen von unvorstellbarer Trostlosigkeit. Mehr als 80 IGFM-Hilfstransporte sind schon in Kroatien angekommen: viel für diejenigen, denen mit den Gütern geholfen wird, aber doch nur ein Bruchteil dessen, was notwendig ist.
Katrin Bornmüller mailt ständig mit ihrer Freundin Jadranka Cigelj in Zagreb. Sie ist Opfer des Gefangenenlagers Omarska. "Jadranka hat 200 Euro. Sie lebt mit ihrer 80-jährigen Mutter zusammen, die eine Rente von 100 Euro hat. 235 Euro kostet allein die Wohnung", sagt Katrin Bornmüller. So bleibe zum Leben nahezu nichts mehr übrig. Dennoch hätten einige Kroaten noch weniger, um über die Runden zu kommen, sagt die engagierte Wittlicherin. Die Arbeitslosigkeit sei enorm hoch, und wenn überhaupt jemand Arbeit finde, dann für einen verschwindend niedrigen Lohn. Renten und Kindergeld deckten nicht einmal annähernd die Grundversorgung.
Kürzlich musste Jadrankas Fuß im Krankenhaus operiert werden. Das sollte tausend Euro kosten. "Wenn ich ihr nicht Geld geschickt hätte, wäre das nicht möglich gewesen. In allen postkommunistischen Ländern müssen die Menschen wegen mangelnder medizinischer Versorgung früher sterben", sagt Bornmüller. Und sie könnte zig weitere Situationen von Kroaten schildern, die in bitterster Armut leben und leiden - und dringend Hilfe benötigen.
"Kroatien ist seit dem 1. Juli 2013 Mitglied der Europäischen Union. Wenn auch viele die Meinung vertreten, ein EU-Land brauche keine Hilfe mehr, so täuschen sie sich jedoch arg", sagt Bornmüller. Besonders alte und kranke Menschen sowie kinderreiche Familien seien betroffen.
TV-Leser können unter der Projektnummer 16316 mithelfen, dass die bitterste Armut in Kroatien gelindert werden kann. Die Transportkosten für einen Sattelschlepper belaufen sich auf rund 2000 Euro. Einer der drei Hilfsgütertransporte ist bereits komplett finanziert. Es fehlen noch 3400 Euro für das "Meine-Hilfe- zählt"-Projekt, damit noch weitere zwei Sattelschlepper gen Kroatien aufbrechen können.Extra

 Katrin Bornmüller von der IGFM Wittlich hofft auf Unterstützung. TV-Foto: Archiv/Werner Klein
Katrin Bornmüller von der IGFM Wittlich hofft auf Unterstützung. TV-Foto: Archiv/Werner Klein

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012, Sparkasse Trier (BLZ 58550130), IBAN: DE47585501300000220012 oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103), IBAN: DE67585601030000191919. Im Verwendungszweck bitte immer die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende auch dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Ist eine separate Quittung erwünscht, bitte Adresse angeben. Hat ein Projekt bereits vor Buchung der Spende das Spendenziel erreicht, kommt der Betrag anderen "Meine-Hilfe-zählt"-Projekten zugute. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten. red volksfreund.de/meinehilfe