Ein Segen für Knastkinder

"Meine Hilfe zählt": Zurück in Afrika hilft Bruder Lothar aus Aach Knastkindern und bittet um Spenden.

Auch im Nachbarland Sierra Leone engagiert sich der Salesianer-Orden. Foto: Martin Recktenwald (ten) ("TV-Upload Recktenwald"

Aach Bruder Lothar aus Aach ist ein Segen für viele Menschen Afrikas. Acht Jahre lang hatte sich der 43-Jährige vor allem um die Kinder in Sierra Leone, im Westen Afrikas, gekümmert. Er leitete dort die größte Kinder- und Jugendeinrichtung der katholischen Ordensgemeinschaft Salesianer Don Boscos. Ihr gehört er seit 1993 an.

Lothar Wagner, so sein bürgerlicher Name, war in dem von Armut durchdrungenen Land an der afrikanischen Westküste unter anderem Straßensozialarbeiter, er beriet Familien oder arbeitete mit Gefängniskindern, den sogenannten Knastkindern. So wie der Ordensgründer, Priester Giovanni Bosco, genannt Don Bosco, im 19. Jahrhundert: Er hatte sich in Norditalien um Straßen- und Knastkinder gekümmert. Die Salesianer spenden Hoffnung durch gute Worte und gute Taten.

Auch als die Ebolaepidemie über Sierra Leone hereinbrach, blieb Bruder Lothar. Die Aufgabe des studierten Sozialpädagogen und Theologen reichte von der Aufklärungsarbeit über die Viruserkrankung bis hin zum Umbau einer Schule in ein Therapiezentrum für betroffene Kinder. Rund ein Jahr nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sierra Leone als ebolafrei erklärt hatte, war der Ordensmann in seine Heimat, nach Aach bei Trier, zurückgekehrt. Allerdings nur für kurze Zeit. Bruder Lothar ist wieder zurück in Afrika. Diesmal, um im Nachbarland von Sierra Leone, in Liberia, die Ärmsten der Armen zu stärken. Bruder Lothar kümmert sich in der Hauptstadt, in Monrovia, wieder um "Knastkinder". Denn straffällig gewordene Kinder landen reihenweise im Gefängnis, weil es in dem westafrikanischen Land keine Maßnahmen gibt, die helfen, sie zu rehabilitieren. Oftmals sitzen die Jungen und Mädchen wegen Kleinkriminalität und nicht selten auch wegen falscher Anschuldigungen unverhältnismäßig lange ohne jeden Rechtsbeistand in den überfüllten Kerkern.

Täglich gehen Bruder Lothar und seine Mitarbeiter ins Hauptgefängnis des Landes, um die Kinder und Kranken dort zu versorgen. Der Ordensmann schildert verheerende Zustände: Mit knapp tausend Gefangenen ist das Gefängnis hoffnungslos überfüllt, Essen ist Mangelware, regelrechte Verteilungskämpfe finden statt. Hoffnungsschimmer im Elend sind die Essens- und Kleiderausgabe, die medizinische Betreuung und der Rechtsbeistand durch die Mitarbeiter von Don Bosco. Auch Schulunterricht sowie Einzel- und Gruppengespräche bieten Bruder Lothar und sein Team montags bis freitags in einem eigens dafür errichteten Haus.

TV-Leserinnen und -Leser können Teil dieses Hilfsprogramms werden: zum Beispiel, indem sie 15 Euro für ein Schulbuch spenden oder 20 Euro, damit das Essen der Kinder für einen Tag bezahlt werden kann. Das Projekt "Hilfe für Gefängniskinder in Liberia" kann unter der Nummer 52208 unterstützt werden.