Flutopfer in Bosnien erhalten Hilfsgüter

Flutopfer in Bosnien erhalten Hilfsgüter

Viele von ihnen sind noch traumatisiert vom Bosnienkrieg, im vergangenen Jahr hat ihnen die Flut zum zweiten Mal fast alles genommen: Die Mitglieder des Vereins Prijedor 92 erhalten jetzt Hilfsgüter von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.

Trier/Wittlich/Prijedor. Während des Bosnienkrieges 1992 erlangte die Stadt Prijedor traurige Berühmtheit: Im Zuge sogenannter ethnischer Säuberungen wurden in der Umgebung in den Lagern Omarska, Keraterm und Trnopolje mehrere Tausend Menschen ermordet. Das Forschungs- und Dokumentationszentrum in Sarajevo gibt die Zahl der Vermissten oder nachweislich getöteten Bosnier und Kroaten aus Prijedor mit insgesamt 5200 an.
Überlebende gründeten nach dem Krieg den Verein Prijedor 92. Dessen Mitglieder seien in der heute mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnten Stadt zahlreichen Schikanen ausgesetzt, berichtet Katrin Bornmüller von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Wittlich. Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr hat die Situation der Menschen zusätzlich verschärft.
Die IGFM möchte Prijedor 92 daher mit der Lieferung von Hilfsgütern unterstützen - und kann das nun auch tun: Volksfreund-Leser haben bei der Aktion "Meine Hilfe zählt" 10 000 Euro für das Projekt gespendet.
Neues gibt es auch von anderen Projekten. So berichtet die Trie-rer Beratungsstelle Papillon vom Fortgang der Aktion "Winterspaß" für Kinder krebskranker Eltern: "Zu Beginn des neuen Jahres haben wir die Kletterhalle Cube in Trier unsicher gemacht. Ein professionelles Team mit zwei Trainern hat uns geholfen, hoch hinaus zu klettern. Ein anstrengender aber unvergesslicher Tag für die Kleinen", schreibt die Psychologin Anne Klormann und kündigt an: "Das Eislaufen steht kurz bevor. Auch hier ist die Anmeldeliste prall gefüllt."
An Kinder richtet sich auch eine Wanderung mit Ziegen durch die Teufelsschlucht (Projektnummer 24777). Die ersten 125 Euro sind inzwischen für das Projekt des Kinderschutzbundes eingegangen. Elke Boné-Leis vom Förderverein bedankt sich bei Elli Elzer, die einen Teilerlös der Kunstauktion für Soziales im Haus Retrouvailles in Stadtbredimus (Luxemburg) dafür zur Verfügung gestellt hat.
Bislang zu einem Viertel finanziert ist das Projekt "Ich hab was zu sagen" (Projektnummer 21591) des Trierer Frauenhauses. Durch die Finanzierung von Dolmetscherinnen sollen Frauen, die nicht oder nur wenig deutsch sprechen, Unterstützung erhalten. Im Projekt-Blog auf www.volksfreund.de/meinehilfe heißt es dazu: "Momentan lebt eine Frau im Frauenhaus, die sehr wenig deutsch spricht. Sie lebt seit einem halben Jahr in Deutschland. Mit Hilfe einer Dolmetscherin können wir wöchentlich Beratungsgespräche in ihrer Muttersprache durchführen und eine Begleitung zu den Behördenterminen gewährleisten, die jetzt anstehen."
Insgesamt sind es derzeit noch 57 Projekte, die Spenden benötigen. Eine Übersicht gibt es unter
volksfreund.de/meinehilfeExtra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012, Sparkasse Trier (BLZ 58550130), IBAN: DE47585501300000220012 oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103), IBAN: DE67585601030000191919 Im Verwendungszweck bitte stets die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben. Spenden ohne Angabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Ist eine separate Quittung erwünscht, bitte Adresse angeben. Hat ein Projekt bereits vor Buchung der Spende das Spendenziel erreicht, kommt der Betrag anderen Projekten zugute. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. red

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