Hilferufe aus Pakistan

Fanatische Selbstmordattentäter haben das Leben von mehr als 100 Kindern, Frauen und Männern in Pakistan zerstört. Die Wittlicherin Katrin Bornmüller (73) von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat Kontakt zu der pakistanischen Juristin Aneeqa Maria Akthar. Die Anwältin berichtet von grausamen Schicksalen. TV-Leser können mithelfen, das Elend zu mindern und Hoffnung zu schenken.

Wittlich/Peschawar. Sie wird nicht müde, sich für Menschen einzusetzen, denen es sehr schlecht geht: Katrin Bornmüller engagiert sich seit 35 Jahren in der deutschen IGFM-Sektion, war jahrelang erste Vorsitzende und ist seit vergangenem Sonntag Ehrenvorsitzende.
"Es gibt so viele Gräuel in der Welt, da kann man nicht wegschauen", sagt sie. Eindringlich, so, als wollte sie die ganze Welt wachrütteln, gibt sie wieder, was die Rechtsanwältin Aneeqa Maria Akthar von der pakistanischen Kinderhilfsorganisation Voice mit eigenen Augen gesehen und ihr erzählt hat: Vor sieben Monaten rissen zwei Selbst-mordattentäter 84 Besucher der Allerheiligenkirche im pakistanischen Peschawar in den Tod. 62 Kinder, Männer und Frauen erlitten zum Teil schwere Verletzungen und Verstümmelungen und wurden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Nachdem die Regierung es abgelehnt hatte, die Kosten für die medizinische Hilfe zu übernehmen, entließen die öffentlichen Krankenhäuser die Verwundeten bereits eine Woche nach dem Anschlag. Auch die kleine Mehak. Sie hat schwere Brandverletzungen davongetragen und ihren Vater bei dem Anschlag verloren. Die Familie hätte den Vater so sehr gebraucht. Mehaks Mutter ist nicht berufstätig, die Witwe versorgt die drei kleinen Kinder. "Die Familie hat nun kein Einkommen und braucht dringend Unterstützung", sagt Katrin Bornmüller. Und sie weiß von Natasha (16), Suneka (15), Sheroze (13), Shahab (11) und Simon (7). Sie haben bei dem Anschlag ihre Eltern verloren. Großeltern haben sie nicht. Voice hat die Kinder aufgenommen: Über einen Monat waren sie mutterseelenallein auf sich gestellt - von der Regierung im Stich gelassen.
Und da ist die junge Farah (23). Durch Bombensplitter erlitt die Kosmetikerin schwerste Verletzungen. Weil die Familie die Kosten für weitere Operationen nicht aufbringen konnte, wurde sie nach Hause geschickt. Ihr Vater war bis zu dem Attentat Labortechniker. Er sitzt nun im Rollstuhl, die Bombe hat ihm beide Beine genommen.
Aneeqa Maria Akthar war bereits zwei Mal Gast bei Bornmüller in Wittlich. Die engagierte Frau wurde selbst schon mehrmals mit dem Tode bedroht. "Religiöse Fanatiker in Pakistan wollen selbstständige Frauen aus der Öffentlichkeit verbannen", sagt IGFM-Ehrenchefin Bornmüller. Seit Akthars Besuch in Wittlich unterstützt die IGFM-Arbeitsgruppe ihr Hilfswerk. Im Rahmen eines Patenschaftsprogramms werden die von Voice betreuten Kinder mit 40 Euro monatlich unterstützt. Wegen der besonderen Schwere und des plötzlich eingetretenen Unglücks nach dem Bombenanschlag will die Kinderhilfsorganisation die Hilfe gezielt auf Familien ausweiten, in denen der Ernährer fehlt. "Mit 5000 Euro kann wirkungsvoll geholfen werden", sagt Bornmüller.
TV-Leser können unter der Projektnummer 16059 dazu beitragen, dass es den Waisenkindern und den Familien ohne Einkommen endlich besser geht. Und sie können ein zweites "Meine-Hilfe-zählt-Projekt" der IGFM unter der Nummer 16316 unterstützen: Krieg und Flucht zeigen noch heute ihre Auswirkungen in Kroatien. Bornmüller sagt: "Betroffen sind vor allem alte Menschen und kinderreiche Familien, die in unvorstellbarer Armut leben müssen." Der 377. Hilfstransporter der IGFM Wittlich fährt am kommenden Freitag los. Das Ziel ist Rumänien. Aber auch in Kroatien brauchen bitterarme Menschen noch vieles.
volksfreund.de/meinehilfeExtra

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