Hoffnung auf vier Rädern

Waschen, füttern, ihn im Rollstuhl schieben, ihn ins Bett bringen - Karola Lohmer (52) aus Bettingen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) tut für ihren geliebten Mann Klaus (53) alles. Der dreifache Familienvater ist seit einer Hirnblutung im Februar vergangenen Jahres komplett auf Hilfe angewiesen. Ein behindertengerechtes Auto würde das Leben der Familie wesentlich erleichtern und bereichern.

Bettingen. Am 8. Februar 2013 gerät das Leben der Familie Lohmer aus den Fugen: Karola Lohmer schaut aus dem Fenster, sie wartet auf ihren Mann. Plötzlich kippt der stattliche, 1,86 Meter große Familienvater auf der Straße um. "Ich dachte, er sei im Schnee ausgerutscht", lässt sie den alles verändernden Moment noch einmal aufleben.
Wenig später weiß sie, Klaus Lohmer war nicht ausgerutscht, er war zusammengebrochen, weil er eine massive Hirnblutung hatte.
Eine sechsstündige Operation rettet ihm das Leben. Nach wochenlangen Reha-Maßnahmen wird der schwerstbehinderte Patient nach Hause entlassen. Manchmal spricht er ein paar klare Sätze, aber der Wirklichkeitssinn fehlt. Klaus Lohmer ist komplett auf Hilfe angewiesen - rund um die Uhr. Zwei, drei Mal muss Karola Lohmer auch nachts aufstehen, um ihren Mann etwa in eine andere Position zu legen.
Ihr Partner ist nicht der Einzige, der sie braucht: "Ich pflege auch unseren Sohn Andreas, der aufgrund einer Epilepsie geistig behindert ist und tagsüber in einer Werkstatt in der Eifel arbeitet", sagt die 52-Jährige. Auch der jüngste der drei Söhne, Johannes (17), Schüler der Jahrgangsstufe 11, lebt noch zu Hause. Der Älteste hat eine eigene Familie, ist im Sommer 2013 Vater geworden.
"Die Pflege stemme ich mit den beiden Großen", sagt Karola Lohmer. Ohne helfende Hände würde die zierliche Frau es gar nicht schaffen, den Partner ins Bett zu legen. Sie klagt nicht. Es ist für alle selbstverständlich, sich um den Ehemann und Vater zu kümmern, der immer liebevoll und gut für die Familie gesorgt hat: Als Schlosser war Klaus Lohmer Alleinverdiener, und "er hat immer viel mit den Jungs unternommen." Um die kleine Rente ihres Mannes, der vor dem Tag X immer vital und kerngesund schien, aufzubessern, arbeitet Karola Lohmer neun Stunden in der Woche als Reinigungskraft. "Mehr ist aufgrund der Pflege leider nicht möglich", sagt sie.
Neben der Sorge um die Söhne, die ihren "alten" Papa sehr vermissen und um das vergangene Familienleben trauern, ist die finanzielle Situation sehr angespannt. Ein Kredit für das vor 14 Jahren in Bettingen erworbene Haus muss noch abbezahlt werden, und die Familie stemmte eigenständig die behindertengerechte Umgestaltung des Erdgeschosses.
Im ehemaligen Esszimmer steht nun Klaus Lohmers Pflegebett, eine Rampe wurde angebracht und das Bad umgebaut. "Wir haben als Eltern von drei Kindern immer sehr sparsam gelebt und leider auch keine Berufsunfähigkeitsrente abgeschlossen", sagt Karola Lohmer. Für die dringend erforderliche Anschaffung eines behindertengerechten Autos, in das der Rollstuhl passen würde, reicht das Geld nicht. "Da wir nur eine alte A-Klasse besitzen, ist es nicht möglich, gemeinsam das Haus zu verlassen. Sei es auch nur zum Einkaufen oder um einen kleinen Ausflug zu unternehmen", sagt sie. Klaus könne dort nicht einsteigen.
Arztbesuche sind aktuell nur durch Krankentransporte möglich. Auch ihr Mann leide darunter, ans Haus gefesselt zu sein. Unter der Nummer 18862 können TV-Leser für das "Meine Hilfe zählt"-Projekt "Mobilität für Klaus und seine Familie" spenden, damit die rund 25 000 Euro für ein entsprechendes Fahrzeug zusammenkommen.
Die Reservistenkameradschaft Süd-Eifel steht Pate für das Projekt. "Viele Kameraden aus Bettingen kennen die Familie sehr gut und haben von der Misere gehört", sagt der Vorsitzende Richard Wendt. Da sei es selbstverständlich gewesen, sich für die gute Sache einzusetzen. Es wäre mehr als eine gute Sache, wenn Familie Lohmer das Auto kaufen könnte, damit die Riesenaufgabe, die Karola Lohmer täglich bewältigt, kleiner und die Lebensqualität aller größer wird.
volksfreund.de/meinehilfeExtra

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