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Jonathan hat's geschafft, jetzt kommt Alexander

Jonathan hat's geschafft, jetzt kommt Alexander

Manuela Gores (44) ist alleinerziehend, krank und kümmert sich aufopferungsvoll um ihren schwerstbehinderten Sohn Alexander (7). Ein bedarfsgerechtes Auto würde das Leben von Mutter und Sohn wesentlich erleichtern. TV-Leser können mithelfen, damit dieser Wunsch - vielleicht zu Weihnachten - in Erfüllung geht.

Gusterath./Trier. Wenn Manuela Gores ihren Sohn Alexander zur Trevererschule nach Trier fährt und ihn in die Obhut der Lehrer gibt, dann hat die zierliche Frau schon Schwerstarbeit geleistet. Sie misst gerade mal 1,55 Meter und wiegt 45 Kilo. Ihr Sohn ist mittlerweile 1,20 Meter groß und bringt 20 Kilo auf die Waage. Mehrmals am Tag muss sie den Jungen mit den blonden Haaren tragen: ins Bett, aus dem Bett, in den Rollstuhl, aus dem Rollstuhl. Obwohl sie seit einem Zufallsbefund und einer darauffolgenden Operation im Sommer dieses Jahres nicht mehr schwer heben darf. Eigentlich. Aber sie macht es trotzdem, weil sie keine andere Wahl hat. Alexander ist sieben Jahre alt und rundum auf Hilfe angewiesen. Er kam im Januar 2006 in der 23. Schwangerschaftswoche zur Welt. Vier Tage nach seiner Geburt wurde er erstmals operiert.
"Seine ersten Lebensjahre verbrachten wir meist in Kliniken", sagt die Alleinerziehende. Begleitet von vielen Ängsten. Alexander kann nicht sprechen, er ist blind, leidet unter Epilepsie und wird über eine Magensonde ernährt.
Manuela Gores ist gezwungen von Hartz IV zu leben. Sie hat sich für die Pflege ihres Sohnes und gegen die Berufstätigkeit entschieden - beides geht nicht. "Alexander ist oft krank und braucht auch nachts Hilfe", sagt die Alleinerziehende.
Unterstützt wird sie bei der Betreuung stundenweise von Pflegekräften und ihren über 70-jährigen Eltern.
Zu den ständigen Sorgen um ihren Jungen, um die schwierige finanzielle Situation und um die eigene Gesundheit, macht etwa das Autofahren mit Alexander das Leben von Mutter und Sohn noch komplizierter.
Denn mit dem schwerstbehinderten Kind unterwegs zu sein, heißt für Manuela Gores auch, flugs zur Stelle sein zu müssen: Wenn der Junge plötzlich krampft oder laut brüllt, weil er aufgrund seiner Erblindung nicht einordnen kann, was gerade mit ihm während der Fahrt passiert. "Es ist wichtig, dass ich ihm nah bin, schnell eingreifen und ihn beruhigen kann", sagt Gores.
Doch im jetzigen Auto ist nur hinten, zu weit weg von der Mutter, Platz für den Rollstuhl. Zur Beförderung von Alexander benötige sie dringend ein Fahrzeug mit hydraulischer Rampe und der Möglichkeit, den Rollstuhl direkt neben dem Fahrersitz zu platzieren, sagt Manuela Gores.
Der Caritasverband Trier unterstützt den dringenden Wunsch der Alleinerziehenden. TV-Leser können unter der Nummer 15376 das "Meine Hilfe zählt"- Projekt "Ein Lächeln auf Alexanders Gesicht" unterstützen. 32 000 Euro werden für die Anschaffung des Autos benötigt, damit kurze Strecken zu Ärzten und Therapeuten oder lange Strecken etwa zu einer Klinik in Heidelberg weniger belastend für Mutter und Kind werden. Oder die Fahrt zum Hospiz nach Olpe.
"Im Hospiz suche ich Entlastung", sagt sie traurig, während Alexander der Musik, die aus einem Klassenraum aus der Trevererschule kommt, lauscht. Er lacht. "Durch Weinen und Lachen teilt er seine Gefühle mit", sagt die 44-Jährige.
Ein Lächeln in Alexanders Gesicht zeigt seiner Mutter, dass es ihm gut geht. Das ist es, wofür sie ihn täglich liebevoll umsorgt und viele Strapazen auf sich nimmt. Alleine. Alexanders Vater hat seinen Sohn noch nie gesehen.Extra

Das hätte vor vier Wochen niemand geglaubt: Die Hilfsbereitschaft für den kleinen, schwerstbehinderten Jonathan aus Föhren sprengte alle bisherigen Maßstäbe. Konsequenz: Die 44 000 Euro für ein behindertengerechtes Fahrzeug sind seit dem Wochenende auf dem Meine-Hilfe-zählt-Konto eingegangen - und das bislang größte Projekt in drei Jahren "Meine Hilfe zählt" kann realisiert werden. Das lässt uns hoffen, dass die Hilfsbereitschaft der TV-Leser noch einem weiteren Kind aus der Region und seiner leidgeprüften Mutter ein erträglicheres Leben ermöglicht. Es geht um den kleinen Alexander, den wir heute vorstellen. Wir bitten alle Spender, die sich für Jonathan engagieren wollten, ihre Sympathie und ihre Hilfe an Alexander zu übertragen. Auch diejenigen, die zugunsten des Jonathan-Projektes eine Benefiz-Aktion geplant haben, sollten nun keineswegs die Hände in den Schoß legen: Unser neues Projekt braucht ihre Hilfe und tatkräftige Unterstützung mindestens ebenso. Dieter Lintz