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Meine Hilfe zählt
An der Seite der Ärmsten der Armen

Lernen und kreativ werden in einer Umgebung, die dies sonst kaum zulässt: Das vom Projekt „Study Buddies“ geförderte Zentrum ermöglicht es Kindern in einem Johannesburger Ghetto.
Lernen und kreativ werden in einer Umgebung, die dies sonst kaum zulässt: Das vom Projekt „Study Buddies“ geförderte Zentrum ermöglicht es Kindern in einem Johannesburger Ghetto. FOTO: Study buddies / Study Buddies
Trier/Johannesburg. Meine Hilfe zählt: Das Projekt „Study Buddies“ hilft Kindern in Südafrika. Weitere finanzielle Unterstützung ist dafür notwendig. Von Katja Bernardy

Damit hatten die engagierten Helfer nicht gerechnet:  Die Kinder und Jugendlichen vom Projekt „Study Buddies“ mussten Abschied nehmen vom „House of Dreams“ –  übersetzt das Haus der Träume. Abschied von dem Ort im südafrikanischen Johannesburg, an dem sie sicher waren, dort, wo sie an die Hand genommen wurden, damit sie lernen und erfahren konnten, was alles in ihnen steckt.

„Aus organisatorischen und finanziellen Gründen wurde das Haus von der Organisation aufgegeben“, heißt es auf der TV-Internetplattform „Meine Hilfe zählt“.  Doch gänzlich aufgeben kam für die Ehren- und Hauptamtlichen, die sich um die benachteiligten jungen Menschen kümmern, ihnen als Study Buddies, also als Studienfreunde zur Seite stehen, nicht infrage. Die Tutoren treffen sich nun mit den Kindern und Jugendlichen in den Büroräumen der Non-Profit-Organisation von Sophiatown Community Psychological Services. Das Projekt ist somit gerettet.

Auch zur großen Freude von  Katelyn Smith, Ende 20, Ergotherapeutin und Projektleiterin. So wie allen Mitschaffenden ist es ihr eine Herzensangelegenheit, sich um die Ärmsten der Armen in Johannesburg zu kümmern. Auch Rike Falow, Studentin in Trier, hatte dort mitgearbeitet (der TV berichtete).

Die Kinder, die am Projekt „Study Buddies“ teilnehmen, kommen aus Familien, die  mittellos sind und aufgrund von Krankheit oder weil sie flüchten mussten, ausgegrenzt werden.

„Die einzige Chance der Jungen und Mädchen, dieser verheerenden Situation zu entkommen, ist Bildung“, betont Smith immer wieder.

Denn was so simpel klingt, hat eine riesige Wirkung:  Samstags machen Tutoren mit fast 35 Kindern Hausaufgaben, es ist ein enorm wichtiges zusätzliches schulisches Angebot – und noch viel mehr. Die Kinder können dort essen und trinken. Mitten im Ghetto erfahren sie Sicherheit, ein Gefühl, das die meisten Jungen und Mädchen nicht kennen. Denn ihre Kindheit ist geprägt von Armut, sie haben Krieg und Flucht erlebt, Ausländerfeindlichkeit und damit einhergehende Ausgrenzung aushalten müssen. Viele der jungen Menschen, die am Projekt teilnehmen, kennen große Sorgen um an Aids erkrankte Eltern.

Ebenso erstaunlich wie bewundernswert: Zwei junge Afrikaner haben es trotz all dieser Belastungen und dank den Study Buddies sogar auf die  Parktown Highschool geschafft, eine renommierte Schule in Johannesburg. Sie benötigen dringend finanzielle Unterstützung, damit sie das Schul- und Essensgeld bezahlen können sowie eine Gebühr zwischen 20 und 40 Euro, die pro Schuljahr fällig wird, damit sie sich Bücher an der Schule ausleihen können.

Und 150 Euro benötigen die Study Buddies, damit sie ihren Nachhilfeschülern Dinge wie Hefte und Stifte zur Verfügung stellen  können. Und damit die Kinder mal etwas anderes sehen und ihre kleine Welt erweitert wird, wird Geld für Ausflüge etwa in den Zoo in Johannesburg benötigt.

 TV-Leserinnen und -Leser können für das Projekt „Unterstütze Study Buddies in Johannesburg“, das über „Meine Hilfe zählt“ vom Verein Welthaus Bielefeld mitgetragen wird, unter der Projektnummer  52879 spenden – damit die Ärmsten der Armen eine Chance auf eine bessere Zukunft haben.

Insgesamt werden 1850 Euro benötigt, so viel wie rund ein Dutzend Markensportschuhe in Deutschland kostet. Knapp ein Fünftel der erforderlichen Summe ist bereits finanziert, es fehlen noch 1480 Euro.