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Mit der Familienimkerei aus der Armut

Im Bildungsbereich unterstützt Konga ebenfalls die Partner am Elefantenfluss, beispielsweise bei der Anschaffung von Schulbänken. Fotos: Verein
Im Bildungsbereich unterstützt Konga ebenfalls die Partner am Elefantenfluss, beispielsweise bei der Anschaffung von Schulbänken. Fotos: Verein FOTO: Martin Recktenwald (ten) ("TV-Upload Recktenwald"
Losheim. Der Verein Konga Freundeskreis Tshuapa bittet um Spenden, damit Waldvölker in Zentralafrika sich selbst versorgen können. Katja Bernardy

Der Regenwald am Tshuapafluss im Kongo ist reich an Artenvielfalt, aber die Menschen sind oft bitterarm. Die Bewohner, die sogenannten Waldvölker, kämpfen mit schwierigen Bedingungen und häufig ums Überleben.

Neben der Abgeschiedenheit haben ein langandauernder Krieg um die Jahrtausendwende und damit einhergehende Wilderei im großen Stil bis heute ihre Spuren hinterlassen. Eine der Folgen: Das Wild ist rar, die traditionelle Jagd ist fast zum Erliegen gekommen. So beschreiben Mitglieder des Vereins Konga - Freundeskreis Tshuapa die Situation in dem Flussgebiet in der Republik Zentralafrikas.

Die Menschen suchten nach Lösungen und fanden sie in der Viehhaltung: Sie schafften sich Schweine, Ziegen und Hühner an. Doch die Selbstversorgung steht auf sprichwörtlich dünnem Eis, denn sie ist regelmäßig durch Epidemien bedroht, die ganze Bestände in dieser Region vernichten. Erschwerend kommt hinzu, dass es proteinreiche Raupen als Nahrungsergänzung nur drei Monate im Jahr gibt.Honig als Lichtblick

Die Folgen sind laut des Vereins Konga - Freundeskreis Tshuapa Mangelerscheinungen und dass die Einnahmequelle, um Kleidung, Schulkosten und Behandlungen von Krankheiten tragen zu können, wegbricht. Ein Marktbesuch, um doch noch das nötige Kleingeld auftreiben zu können, damit die Familie ernährt werden kann, ist ein Kraftakt. So etwa werden die großen Maissäcke auf dem Fahrrad bis zu 250 Kilometern über Stock und Stein zu den Abnehmern in der Provinzhauptstadt geschoben.

"Der wilde Honig ist ein Lichtblick", schreiben die Mitglieder von Konga - Freundeskreis Tshuapa auf der Internetseite der Spendenplattform "Meine Hilfe zählt". Denn Zucker kostet auf den Märkten ein Vermögen und der Honig ist bei Händlern aus den Städten sehr begehrt. Doch bislang fehlt der traditionellen Honigwirtschaft die Nachhaltigkeit. Das Problem: Um an den Honig zu kommen, werden die Bäume, die die Bienenvölker beherbergen, umgehauen und ausgenommen. Werden dabei Dorfgrenzen missachtet, kommt es zu Streit und Konflikten unter der Waldbevölkerung.
Eine Selbsthilfeorganisation von Waldbauernfamilien unter dem Namen Fadecom hat sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern und eine nachhaltige bäuerliche Honigwirtschaft einzuführen. Unterstützt werden die Mitglieder von erfahrenen Personen, wie der Theresienschwester Christine. Sie betreibt seit Jahrzehnten Land- und Fischwirtschaft in der Regenwalddiözese Bokungu -Ikela.Projekt für 50 Familien

Ein Imkereiprojekt, an dem in der ersten Phase 50 Familien teilnehmen, wurde ins Leben gerufen. Ein erfahrener Imker lehrt die Neu-Imker an. Da die Kosten für die Schulung und die Anschaffung der ersten Bienenkästen die Mittel der Selbsthilfeorganisation der Bauern übersteigen, haben sie sich Hilfe suchend an den Konga - Freundeskreis Tshuapa gewandt.

Der Verein wiederum bittet TV-Leserinnen und -Leser das "Meine Hilfe zählt"- Projekt "Regenwald schützen: Einführung bäuerlicher Familienimkerei im Kongo" unter der Nummer 51888 zu unterstützen. Bereits Dreiviertel der benötigten Summe ist zusammengekommen, es fehlen noch 1 140 Euro, damit Familien am Tshuapafluss eine Zukunft haben.

Der "Konga - Freundeskreis Tshuapa e.V." versteht sich als Partner lokaler Selbsthilfeorganisationen am Tshuapa in der Equateur-Provinz der Demokratischen Republik Kongo. Der Verein Er berät, begleitet und unterstützt die Organisationen. www.konga-ev.de .

Von der Wildbiene zur gesteuerten Imkerei: Die Nachhaltigkeit der Honigwirtschaft soll verbessert werden.
Von der Wildbiene zur gesteuerten Imkerei: Die Nachhaltigkeit der Honigwirtschaft soll verbessert werden. FOTO: Martin Recktenwald