Musikalischer Hilfseinsatz

Mit Melodien von Glenn Miller bis Michael Jackson hat die Big-Band der Bundeswehr am Montagabend das Publikum in der ausverkauften Europahalle begeistert. Neben der Musik ging es aber auch um den guten Zweck: Die Einnahmen gehen an die Kinder- und Jugendhilfe Palais.

Trier. Wenn die vom gemeinnützigen Trierer Verein Palais betreuten Kinder demnächst von einem neuen Kleinbus abgeholt werden, dann verdanken sie das auch der Big-Band der Bundeswehr. 4000 Euro aus dem Kartenvorverkauf für das Benefizkonzert hat der Verein erhalten. Dank der Unterstützung der Volksfreund-Leser im Rahmen der Aktion "Meine Hilfe zählt" ist die Finanzierung des Busses gesichert.
Meine Hilfe zählt

Dass die Europahalle am Montagabend mit 1200 Besuchern ausverkauft war, dürfte aber keineswegs nur am guten Zweck liegen, dem die Einnahmen zugute kommen. Schließlich steht die Big-Band der Bundeswehr für erstklassige Swing-Musik - und das bereits seit 40 Jahren (siehe Extra). Zum Auftakt spielte sich das Ensemble unter Leitung von Oberstleutnant Christoph Lieder daher mit "Happy Birthday" selbst ein Ständchen.

Trügen die Musiker, die bereits zum fünften Mal in Trier zu Gast sind, nicht ihre Uniformjacken, würde man sie wohl kaum für eine Armeekapelle halten. Fliegermarsch und Alte Kameraden gehören nicht zu ihrem Repertoire. Der frühere Bundesverteidigungsminister und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt wollte als Initiator der "musikalischen Geheimwaffe" bewusst ein Gegengewicht zur traditionellen Militärmusik schaffen.

Mit drei Glenn-Miller-Titeln gibt die Band den Takt des Abends vor - hier wird nicht marschiert, sondern geswingt und gegroovt. Mit der aus Sambia stammenden Bwalya hat sich das Ensemble eine Sängerin als Verstärkung geholt, die eine große Portion Soul und Exotik hinzufügt. Mit Shakiras Fußball-Hymne "Waka Waka" und Michael-Jackson-Hits reißt sie das Publikum ebenso mit.

Auch die Instrumentalisten bekommen reichlich Gelegenheit, sich solistisch zu präsentieren, Ob an Bass oder Gitarre, Posaune oder Trompete, Saxofon oder Schlagzeug - alle sind exzellente Vollblut-Musiker. Mit dem funkigen "Coffee Shop" haben sie sogar eine eigene Komposition im Programm.

Ein weiterer Auftrag der Band sind Nachwuchsgewinnung und Öffentlichkeitsarbeit für die Bundeswehr, zwei Jugendoffiziere informieren daher in der Konzertpause über die beruflichen Perspektiven bei den Streitkräften.

Zum Abschluss des Konzerts spendet das Publikum langen Beifall, der sowohl der musikalischen Leistung gilt als auch dem gesellschaftlichen Engagement. Als Zugabe gibt es dann doch noch ein Soldatenlied: Mit dem ebenso erfolgreichen wie gänzlich unkriegerischen "Lili Marleen" beenden die Streitkräfte ihren musikalischen Einsatz an der sozialen Front.

www.bigband-bw.de

www.palais-ev.de

www.volksfreund.de/meinehilfe

EXTRA: BIG-BAND DER BUNDESWEHR



Die Big-Band der Bundeswehr wurde vor 40 Jahren im Juni 1971 gegründet. Der damalige Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt wünschte sich moderne Töne für eine moderne Armee. Erster Bandleader war Günter Noris. Bei ihren Benefizkonzerten hat die in Euskirchen stationierte Big-Band bereits mehr als 15 Millionen Euro für einen guten Zweck eingespielt. Außerdem tritt sie bei offiziellen Anlässen, Bällen und in Fernsehshows auf. Auch die Truppenbetreuung sowie Nachwuchsgewinnung und Öffentlichkeitsarbeit gehören zu den Aufgaben der Band, die bereits mehr als 40 Tonträger veröffentlicht hat. daj