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Paddeln gegen Brustkrebs

Marion Hoffmann (stehend) hat die Pinkpaddler, eine Selbsthilfeinitiative von an Brustkrebs erkrankten Menschen, nach Trier gebracht. TV-Foto: Pinkpaddler
Marion Hoffmann (stehend) hat die Pinkpaddler, eine Selbsthilfeinitiative von an Brustkrebs erkrankten Menschen, nach Trier gebracht. TV-Foto: Pinkpaddler
Trier. Vor fünf Jahren erhielt Marion Hoffmann (43) die Diagnose Brustkrebs. Paddeln hat ihr geholfen, besser mit der Erkrankung fertig zu werden. 2013 brachte sie die weltweit verbreitete Selbsthilfeinitiative Pinkpaddler nach Trier. Ihr großer Wunsch: ein kleines Drachenboot, um das Angebot besser auf Betroffene aus der Region zuschneiden zu können. Katja Bernardy

Trier. "Ich hätte nie gedacht, dass es mal etwas gibt, das mich so niederknüppeln könnte", sagt Marion Hoffmann. Sie wird nachdenklich, wenn sie sich an den Tag erinnert, der ihr Leben verändern sollte: An einem gewöhnlichen Dezembersonntag hatte sie einen Knubbel, wie sie sagt, in der rechten Brust ertastet. Wenige Tage später erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Marion Hoffmann wurde operiert, die Brust konnte erhalten werden. Doch wenige Tage später dann der zweite Schock: Es musste noch einmal operiert werden, weil der Tumor multizentrisch war, also mehrere Stellen der Brust erkrankt waren.
"Der erste Blick unter den Kittel nach der OP war schrecklich", sagt die Triererin. Mit der fehlenden Brust habe sie sich nur noch halb gefühlt. Es folgten Chemotherapie, 28 Bestrahlungen, Monate in denen sie körperlich und seelisch am Boden war. "Seitdem ist nichts mehr so wie es war", sagt die zweifache Mutter, die bis zu ihrer Erkrankung Vollzeit in einer luxemburgischen Bank arbeitete.
2008 war für sie aber auch in anderer Hinsicht ein schicksalhaftes Jahr: Sie entdeckte für sich das Drachenbootpaddeln. "Im Krankenhausbett stöberte ich im Internet und stieß auf die Pink-ladies in Wiesbaden", erzählt Marion Hoffmann - einen Ableger der weltweit verbreiteten Selbsthilfeinitiative Pinkpaddler.
Dahinter verbirgt sich, dass Betroffene gemeinsam paddeln und sich beim Sportmachen gegenseitig helfen, die Krankheit zu überwinden. Ein kanadischer Sportmediziner hat dazu ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt und bewiesen, dass damit sogar Flüssigkeitsansammlungen in den Lymphgefäßen reduziert werden können. "Als ich das erste Mal paddelte, war ich nach zehn Schlägen platt", sagt Marion Hoffmann. "Doch ich konnte das Paddel ins Boot legen und wurde trotzdem mitgezogen." Paddelschlag um Paddelschlag kamen Kraft und Lebensfreude zurück. Mit Unterstützung der Trierer Rudergesellschaft baute Marion Hoffmann 2012 eine Drachenbootabteilung auf. Im Frühjahr 2013 gründete sie die Selbsthilfegruppe Pinkpaddler Trier, die sie leitet und betreut. Das Trierer Mutterhaus unterstützt die Initiative. "Es ist eine wahre Wonne, wenn die Frauen aus dem Boot steigen, strahlen und über alles Mögliche reden, nur nicht über ihre Erkrankung", sagt die Sportlerin. Die Kombination aus Wasser, frischer Luft, Bewegung, mit Betroffenen in einem Boot zu sitzen, die eigene und die Kraft der Gemeinschaft zu spüren sowie getragen zu werden, wenn man nicht mehr kann, sagt Hoffmann, helfe den Frauen und den wenigen Männern, die an Brustkrebs erkrankt sind. Der einzige Haken: Bislang kann nur im großen 20-Personen-Drachenboot zusammen mit Nichtbetroffenen gepaddelt werden. "Mit einem kleineren Boot wäre ein noch gezielteres Training möglich", sagt Hoffmann. Auch könnten die Betroffenen das leichtere Boot, das 7800 Euro kostet, dann besser handhaben. TV-Leser können unter der Projektnummer 16011 mithelfen, dass sich der Wunsch der Pinkpaddler Trier erfüllt.
Auf dem Traumboot soll gut sichtbar "Paddeln gegen Brustkrebs" stehen und über die Region hinaus für die Initiative werben. Ein Name für das kleine Drachenboot bietet sich auch schon an: "Hope" (Hoffnung).Extra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt". Konto 220012 bei der Sparkasse Trier (BLZ 58550130) oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103). Im Verwendungszweck bitte immer die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen Topf, der unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der TV trägt die kompletten Transferkosten.