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Vom verarmten Flaschensammler zum versierten Verkäufer

Vom verarmten Flaschensammler zum versierten Verkäufer

Meine Hilfe zählt: Ein Hilfsprojekt mit doppelter Wirkung: An einem Stand auf dem Hauptmarkt werden fair gehandelte Produkte angeboten. Betrieben wird der Stand von ehemaligen Obdachlosen, die sich wieder in die Gesellschaft integrieren wollen.

Trier. Handtrommeln aus Afrika, Panflöten aus Südamerika, Klangschalen aus Nepal, Bananen-Chips, Mango-Drops. Der Fair-Trade-Verkaufsstand der Obdachlosen-Initiative Eintritt auf dem Trierer Hauptmarkt führt ein ausgefallenes Sortiment.
Hinter dem Ladentisch stehen ehemalige Obdachlose. "Mit der Initiative schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe", sagt Organisator Michael-Ron Stallwood. "Es wird eine Einkommensmöglichkeit für ehemalige Obdachlose geschaffen - und gleichzeitig Kleinbauern und Handwerker in Entwicklungsländern unterstützt." Stallwood ist Vorsitzender des Vereins Trier Bewegt, der das Obdachlosenprojekt ins Leben gerufen hat. "Das Vorurteil, das in Deutschland niemand obdachlos sein muss, stimmt nicht", erklärt er im Gespräch mit dem TV. Die Spirale nach unten habe für viele Obdachlose mit dem Verlust des Arbeitsplatzes begonnen.
Kommt dann eine Suchterkrankung ins Spiel, geht es schnell weiter abwärts, sagt der 35-Jährige. "Durch die Regelungen von Hartz IV wird bei der Sozialhilfe radikal weggekürzt, wenn jemand zu Terminen im Jobcenter nicht erscheint."
Die Initiative Eintritt versucht den Kreislauf zu unterbrechen und will Obdachlose wieder in die Gesellschaft integrieren. "Wir unterstützen die Menschen darin, eine Wohnung und eine Arbeit zu finden", erklärt Stallwood. Im Mai 2010 hat die Initiative ihre Arbeit aufgenommen. Erste Resultate seien bereits sichtbar. "Wir haben eine Erfolgsquote von 50 Prozent", sagt Stallwood stolz.
Besonders wichtig sei dabei, dass sich die Obdachlosen wieder selbst wertschätzen lernen. Genau diese Möglichkeit bietet der Verkaufsstand auf dem Hauptmarkt. "Einige der Leute hinter dem Ladentisch waren Bettler oder Flaschensammler. Der Kontakt zu anderen Menschen als Verkäufer - auf gleicher Augenhöhe - das tut gut", sagt Stallwood.
Von 10 bis 18 Uhr gibt es am Stand vor dem Brunnen am Hauptmarkt jetzt fast jeden Tag Kunsthandwerk, Trockenlebensmittel und Süßigkeiten aus aller Welt zu kaufen. Nach Abschluss der Testphase im Juni soll der Stand vor der Gangolfkirche auf Dauer eingerichtet werden. Die Produkte kommen derzeit noch vom Dritte-Welt-Laden, der die Aktion unterstützt. Was nicht verkauft wird, kann zurückgegeben werden. "So können wir ohne Verluste austesten, was am Hauptmarkt ankommt", erklärt Stallwood. "Nur verdienen tun wir dabei so gut wie nichts. Aus diesem Grund braucht die Initiative einmalig eine Erstausstattung mit Waren. "Dann können die Produkte direkt von den Fair-Trade-Organisationen bezogen werden - zum Einkaufspreis", erklärt Stallwood. Der Verkaufsstand könne dann selbstständig weiterlaufen - und später zwei ehemalige Obdachlose mit einem Einkommen versorgen.
Die Erstausstattung mit den Waren kostet 5000 Euro. Über "Meine Hilfe zählt" können sie direkt dafür spenden: Projektnummer 9088. sen

volksfreund.de/Meinehilfe
Extra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012 bei der Sparkasse Trier (BLZ 58550130) oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103). Im Verwendungszweck vierstellige Projektnummer angeben, damit die Spende ihrem Zweck zufließen kann. Falls Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der TV trägt die kompletten Transferkosten.